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"Falls Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf,
den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen."
(George Orwell, 1903-1950, britischer Schriftsteller)
 
"Glaube denen, die die Wahrheit suchen,
und zweifle an denen, die sie gefunden haben."
(André Gide, 1869-1951, französischer Schriftsteller)
 
"Ich sah an alles Tun, das unter der Sonne geschieht,
und siehe, es war alles eitel und Haschen nach Wind."
(Kohelet)



06. Juni 2021, von Michael Schöfer
Hetze und Negativwahlkampf


Es gibt viel Kritik an den sozialen Medien - und sie ist in weiten Teilen berechtigt. Zu Recht wird beklagt, dass es dort zu viele Filterblasen von Gleichgesinnten gibt, in denen man sich bloß gegenseitig auf die Schulter klopft und dadurch bestärkt. Manche sagen sogar "radikalisiert". Andere Meinungen erlebt man in diesen Blasen jedenfalls eher selten. Obendrein ist eine unangenehme Grundaggressivität spürbar, die sich wie Mehltau über die sozialen Medien legt. Oft werden Andersdenkende unter dem Schutz der Anonymität beschimpft und niedergemacht. Nein, die sozialen Medien sind definitiv kein Ort, an dem man zivilisiert Standpunkte austauschen kann, man fühlt sich dort nur eingeschränkt wohl.




26. Mai 2021, von Michael Schöfer
Kosmetische Lösungen bringen uns nicht weiter


"Geständnisse" im Fernsehen sind nicht unüblich - jedenfalls in Diktaturen. So wurde etwa der schwedische Staatsbürger Peter Dahlin Anfang 2016 in China inhaftiert und anschließend im chinesischen Staatsfernsehen vorgeführt. Er "gestand, 'chinesische Gesetze gebrochen' zu haben. Auch entschuldigte er sich, 'die Gefühle des chinesischen Volkes verletzt zu haben'." Seine chinesische Freundin wurde ebenfalls inhaftiert. Beide sind inzwischen wieder frei.




13. Mai 2021, von Michael Schöfer
Die Lösung kann nur auf den Regeln des Völkerrechts basieren


Der arabisch-israelische Konflikt macht es einem leicht und schwer zugleich. Leicht, weil man bei größeren Auseinandersetzungen kurzerhand seine Textbausteine hervorholen kann, viel Neues ist dazu nämlich gar nicht zu schreiben. Schwer, weil der Konflikt der Gordische Knoten unserer Zeit ist: politisch kaum zu entwirren - schon gar nicht mit einem Schwerthieb. Hinzu kommt, zumal als Deutscher, dass man sich bei Kritik an Israel häufig dem Vorwurf des Antisemitismus ausgesetzt sieht. Natürlich gibt es diesen Antisemitismus, aber man muss schon ganz genau hinhören und differenzieren, um gerechtfertigte Israelkritik von ungerechtfertigten antisemitischen Motiven zu trennen.