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"Falls Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen."
(George Orwell, 1903-1950, britischer Schriftsteller)



24. September 2016, von Michael Schöfer
Die Basis der Labour Party stimmt gegen Großkopfeten


Wegmobben wollten sie ihn, aber sie haben es nicht geschafft. "Ich appelliere an deinen Anstand: Tritt zurück! Das ist das Wichtigste, was du der Partei geben kannst", schleuderte ihm eine Unterhausabgeordnete ins Gesicht. "Du bist eine Bedrohung für die Zukunft der Partei", echauffierte sich ein anderer. "Glaubst du wirklich, du könntest Premierminister sein? Ich glaube das nicht." Oder: "Wie sollen wir die Wähler davon überzeugen, dass Jeremy der richtige Premier wäre, wenn nicht einmal wir selber daran glauben?" Der ehemalige Premierminister Tony Blair sagte: "Die Partei wandelt mit geschlossenen Augen und ausgestreckten Armen über die Klippe."

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18. September 2016, von Michael Schöfer
Ein Sieg von Donald Trump wäre der Super-GAU


In den USA leben nicht nur Präsidenten gefährlich, sondern auch Präsidentschaftskandidaten. Die bekanntesten Präsidenten, die einem Attentat zum Opfer fielen, sind Abraham Lincoln (1861-1865 der 16. Präsident der USA) und John F. Kennedy (1961-1963 der 35. Präsident der USA). Auch James A. Garfield (1881 für kurze Zeit der 20. Präsident der USA) und William McKinley (1897-1901 der 25. Präsident der USA) wurden ermordet. Auf fast alle Präsidenten der Nachkriegszeit wurden - glücklicherweise erfolglos - Attentate verübt: Harry S. Truman, Richard Nixon, Gerald Ford, Jimmy Carter, Ronald Reagan, George H. W. Bush, Bill Clinton, George W. Bush und Barack Obama. Auf der Liste fehlen lediglich Dwight D. Eisenhower und Lyndon B. Johnson.

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17. September 2016, von Michael Schöfer
Offenbar haben nicht nur Flüchtlinge mangelnde Deutschkenntnisse


"Politiker aller im Bundestag vertretenen Parteien, allen voran die Bundeskanzlerin, ziehen alle Register der Massenpsychologie und Massensuggestion, um die Bevölkerung zu täuschen. Sie werden darin von einer weitgehend gleichgeschalteten Medienlandschaft unterstützt", heißt es im Landtagswahlprogramm der AfD Baden-Württemberg (Seite 19). Und das Motto der Bundespartei lautet: "Mut zur Wahrheit!" Schwere Vorwürfe, hehre Ansprüche. Dort die Schlechten, bei der AfD natürlich die Guten.

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17. September 2016, von Michael Schöfer
Die Welt ist nicht so, wie sie uns erscheint


Das Universum besteht nur zu 4,9 Prozent aus dem, was wir als "normale" (sichtbare) Materie bezeichnen. Es besteht vielmehr zu 26,8 Prozent aus "Dunkler Materie" und zu 68,3 Prozent aus "Dunkler Energie". Und über die beiden zuletzt genannten Phänomene wissen wir so gut wie nichts - außer dass sie existieren, weil wir deren gravitative Wechselwirkung messen bzw. den abstoßenden Effekt bei der sich beschleunigenden Expansion des Alls beobachten können. Vor kurzem entdeckten Wissenschaftler sogar eine Galaxie, die zu 99,99 Prozent aus der mysteriösen Dunklen Materie bestehen soll. Anders ausgedrückt: Das, was wir von dieser Galaxie sehen, die ungefähr so groß und massereich ist wie unsere Milchstraße, sind lediglich 0,01 Prozent. Verdammt wenig also.

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13. September 2016, von Michael Schöfer
Schon vor dem Kaiserreich wurde "völkisch" ethnisch interpretiert


Frauke Petry (AfD) will den Begriff "völkisch" positiv besetzen. "Es sei eine 'unzulässige Verkürzung', wenn gesagt werde, 'völkisch ist rassistisch', fügte Petry hinzu. (…) 'Ich benutze diesen Begriff zwar selbst nicht, aber mir missfällt, dass er ständig nur in einem negativen Kontext benutzt wird.' Sie habe ein Problem damit, 'dass es bei der Ächtung des Begriffes 'völkisch' nicht bleibt, sondern der negative Beigeschmack auf das Wort 'Volk' ausgedehnt wird'. Der Begriff 'völkisch' sei letztlich 'ein zugehöriges Attribut' zum Wort 'Volk', sagte Petry." Offenbar abermals eine kalkulierte Provokation aus dem Munde der AfD-Vorsitzenden. Und wie beim Schusswaffengebrauch an der Grenze verzerrt sie die Wahrheit und verursacht Begriffsverwirrung.

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09. September 2016, von Michael Schöfer
Alles zu seiner Zeit und mit Maß und Ziel


Deutschland geht es - volkswirtschaftlich betrachtet - ziemlich gut, wenngleich es hierzulande nach wie vor 4,31 Mio. Hartz IV-Bezieher und 2,68 Mio. Arbeitslose gibt. Doch die Wirtschaft läuft trotz des angespannten ökonomischen Umfelds noch einigermaßen rund. Im Außenhandel wird Deutschland dieses Jahr voraussichtlich wieder Exportweltmeister und damit sogar China überflügeln. Das Ifo-Institut geht in einer Prognose davon aus, dass der deutsche Leistungsbilanzüberschuss dieses Jahr 310 Mrd. US-Dollar erreicht, China kommt danach bloß auf rund 260 Mrd. und Japan auf ungefähr 170 Mrd. Dementsprechend entwickeln sich die Steuereinnahmen. Der Staat (die Haushalte von Bund, Ländern, Gemeinden und Sozialversicherung) hat im ersten Halbjahr 2016 einen Überschuss von 18,5 Mrd. Euro erwirtschaftet. Den Einnahmen in Höhe von 692,9 Mrd. Euro stehen Ausgaben von lediglich 674,4 Mrd. Euro gegenüber. 9,7 Mrd. der 18,5 Mrd. entfallen auf den Bund. Es ist lange her, dass ein Bundesfinanzminister in einer ähnlich komfortablen Lage war wie Wolfgang Schäuble (CDU). Zuletzt gelang dieses Kunststück einem gewissen Alex Möller (SPD), zu Beginn der sozialliberalen Koalition Finanzminister unter Willy Brandt. 1970 verringerten sich die Schulden des Bundes gegenüber dem Vorjahr um 1,57 Mrd. Euro. Geholfen hat natürlich auch, dass das Wirtschaftswachstum in jenen Jahren im Durchschnitt bei heute unvorstellbaren 4,4 Prozent lag.

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08. September 2016, von Michael Schöfer
AfD profitiert trotz dürrem Programm von der Wählergunst


AfD - wie kann man diese Partei überhaupt wählen? Es ist mir ein Rätsel. 2014 ist sie ins Europaparlament gewählt worden, noch im gleichen Jahr zog sie in die Landtage von Sachsen, Brandenburg und Thüringen ein. Mittlerweile ist die AfD in neun Landtagen vertreten, und am 18. September 2016 dürfte sie in Berlin ebenfalls erfolgreich sein. Doch mit was, außer mit dämlichen Provokationen und internem Streit, ist sie denn bislang aufgefallen? Mit welchen konstruktiven Vorschlägen hat sie in den Parlamenten geglänzt? Mir fällt da ehrlich gesagt nichts ein. Die AfD macht auf mich vielmehr - ungeachtet ihrer Erfolge an den Wahlurnen - den Eindruck, politikunfähig zu sein.

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03. September 2016, von Michael Schöfer
Ach, das hätte ich jetzt nicht gedacht


Die Partnersuche gehört ja bekanntlich zu den schwierigsten Dingen überhaupt. Schwieriger jedenfalls als so manches Primzahlen-Rätsel. Das Hauptproblem dabei, zumal im fortgeschrittenen Alter, sind die Illusionen. Ich musste einmal mit einem Kollegen im Auto an der Ampel warten, von rechts ging eine schlanke, hübsche Frau im Alter zwischen 25 und 30 Jahren über die Straße. Mein Kollege (damals so um die 60) war sichtlich angetan und schaute ihr sehnsüchtig nach. Von links lief gleichzeitig eine etwas weniger schlanke und demzufolge etwas weniger hübsche Frau im Alter von ca. 55 Jahren über die Straße, die hat er natürlich vollkommen ignoriert, obgleich sie wahrscheinlich viel besser zu ihm gepasst hätte. Zumindest äußerlich. Eben typisch Mann.


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