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"Falls Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen."
(George Orwell, 1903-1950, britischer Schriftsteller)
 
"Die Presse muss die Freiheit haben, alles zu sagen, damit gewisse Leute nicht die Freiheit haben, alles zu tun."
(Stewart Alsop, 1914-1974, amerikanischer Journalist)
 
"Wenn die Regierung das Volk fürchtet, herrscht Freiheit. Wenn das Volk die Regierung fürchtet, herrscht Tyrannei."
(Thomas Jefferson, 1734-1826, amerikanischer Politiker)
 
"Die Welt hat genug für jedermanns Bedürfnisse, aber nicht für jedermanns Gier."
(Mohandas Karamchand Gandhi, 1869-1948, indischer Widerstandskämpfer)



20. Februar 2020, von Michael Schöfer
Beschwert euch nicht über die amerikanischen Waffennarren


Beschwert euch nicht über die Amerikaner und ihr neurotisches Verhältnis zu Waffen. Was dem Ami seine AR-15, ist dem Deutschen - Stichwort: Tempolimit - sein Heiligs Blechle. Oder eben sein Sportschütze. Ich habe mich hier schon mehrfach mit Sportschützen befasst, etwa 2010 (Immer diese Sportschützen) bzw. 2015 (Schon wieder ein Sportschütze), und ihren Zugang zu Schusswaffen beklagt. Nicht ohne Grund, denn die Liste der Opfer, die durch Sportwaffen ums Leben kamen, ist recht lang. Geändert hat das bislang nichts, die Politik empört sich zwar immer wieder über Massaker, die von Sportschützen begangen werden, traut sich aber nicht, etwas gegen sie zu tun. Im Gegenteil, auf meine Artikel hin bekam ich E-Mails von empörten Sportschützen, die sich beleidigt und verunglimpft fühlten.




15. Februar 2020, von Michael Schöfer
Das Kandidaten-Schaulaufen


"Ich sah an alles Tun, das unter der Sonne geschieht, und siehe, es war alles eitel und Haschen nach Wind." (Kohelet)

Bei einer Umfrage von Infratest dimap für den ARD-DeutschlandTrend waren 40 Prozent der Befragten der Meinung, dass Friedrich Merz, der 64-jährige Hoffnungsträger der CDU, ein guter Kanzlerkandidat wäre. Er bekam damit mehr Zuspruch als seine mutmaßlichen Konkurrenten Armin Laschet (30 %) und Jens Spahn (24 %). Bei den Anhängern der Union ist der Vorsprung von Merz erwartungsgemäß noch deutlicher. Allerdings waren auch 42 Prozent der Befragten der Ansicht, Merz wäre KEIN guter Kanzlerkandidat. Es scheint also innerparteilich alles auf Friedrich Merz hinauszulaufen. Doch ob eine Kanzlerkandidatur von Merz am Ende auch auf einen Kanzler namens Merz hinausläuft, ist fraglich. Merz' Kanzlerkandidatur wird sicherlich kein Selbstläufer.




08. Februar 2020, von Michael Schöfer
Ein klarer Fall von Scheuklappenperspektive


Bekanntlich lebt jeder in irgendeiner Filterblase, in der er nur mit dem konfrontiert wird, was er eh schon kennt und wovon er ohnehin überzeugt ist. Über den eng begrenzten Tellerrand der eigenen Sphäre hinausblicken, ist bedauerlicherweise unüblich geworden. Beispiel Mike Mohring: Der Noch-Vorsitzende der Thüringer CDU-Landtagsfraktion behauptete allen Ernstes, "dass es in Thüringen bei vielen gut angekommen sei, wie die CDU sich daran beteiligt habe, Bodo Ramelow, den Ministerpräsidenten der Linken, gemeinsam mit der AfD abzuwählen. 'Ich habe in Thüringen in der Bevölkerung und bei Wählern große Zustimmung für unseren Kurs erfahren, den ich verteidigt habe.'"




06. Februar 2020, von Michael Schöfer
Ein Hauch von Weimar


Klimaschutz sei "eine Sache für Profis", ätzte FDP-Chef Christian Lindner Anfang 2019 in Richtung der demonstrierenden Schüler von Fridays for Future. Doch keineswegs nur Klimaschutz, Politik ist generell etwas für Profis. Aber zumindest eine Partei gehört ganz gewiss nicht mehr zu diesem erlauchten Kreis, wie man spätestens jetzt in Thüringen sieht: die FDP. Die Liberalen agieren dort nämlich genauso wie der Hühner- und Hasenzüchterverein von Hinterdupfing: erschreckend unprofessionell. Der frühere Bundesinnenminister Gerhart Baum, ein Relikt der linksliberalen Garde der FDP, hat vollkommen recht: "Ein Hauch von Weimar liegt über der Republik." Und wer ist schuld daran? Die Eintagsfliege Thomas Kemmerich und der angeblich komplett eingebundene "Profi" Christian Lindner. Jedes x-beliebige Schülerparlament hätte die Ministerpräsidentenwahl besser hinbekommen als die Möchtegern-Profis im Thüringer Landtag. Es ist einfach unerträglich.




02. Februar 2020, von Michael Schöfer
Palästinensische Homelands


Nehmen wir an, Ihr Nachbar dringt gewaltsam in Ihre Eigentumswohnung ein und nimmt zwei von insgesamt vier Zimmer in Beschlag. Er richtet sich darin dauerhaft ein und begrenzt obendrein die Zeit, die Sie in der Küche und im Bad verbringen dürfen. Nachdem er immer mehr Möbel in den besetzten Zimmern unterbringt, schließt er mit dem Hausverwalter den "Deal des Jahrhunderts" ab.




01. Februar 2020, von Michael Schöfer
Letztlich steht auch die politische Stabilität zur Disposition


Inzwischen erheben immer mehr Banken und Sparkassen Negativzinsen, mitunter schon ab dem ersten Euro. "Rund 190 Geldhäuser kassieren mittlerweile Negativzinsen, davon knapp 90 Institute im Privatkundenbereich." Die geldpolitischen Beschlüsse der EZB erreichen spätestens jetzt den Normalsparer. "Negativzins und Verwahrungsgebühren werden auf breiter Front kommen, wenn die Marktverhältnisse so bleiben, wie sie sind", prophezeit Martin Hettich, Vorstandsvorsitzender der Sparda-Bank Baden-Württemberg. Für ihn steht mittlerweile "die Stabilität des Marktes auf dem Spiel".




28. Januar 2020, von Michael Schöfer
Totgesagte leben länger


Sie sind lästig, denn sie halten an der Supermarktkasse den Betrieb auf. Sie sind schwer, weil sie nach und nach den ganzen Geldbeutel ausfüllen. Ältere haben obendrein Probleme, sie voneinander zu unterscheiden. Die Rede ist von den Ein- und Zwei-Cent-Münzen. Schon seit langem wird überlegt, ob man die kleinen Kupfermünzen nicht ersatzlos wegfallen lassen soll. Nicht wie bei der Abschaffung des 500 Euro-Scheins, um die Geldwäsche oder den Drogenhandel zu erschweren, sondern vielmehr um den Konsumenten die ersehnte Erleichterung zu verschaffen. En passant wären dann auch die unsinnigen 99-Cent-Preise perdu, beim Bezahlen müsste auf- oder abgerundet werden.




27. Januar 2020, von Michael Schöfer
Man sollte vorher wissen, worauf man sich einlässt


"Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat sich für ein umfassenderes Mandat der Bundeswehr in der südlichen Sahara ausgesprochen. (…) In der Sahelzone entstehe gerade eine große Drehscheibe für Terrorismus, für organisierte Kriminalität, für Migration und Menschenhandel." Etwa in Mali. Die CDU-Vorsitzende hat auch einen Libyen-Einsatz nicht ausgeschlossen, sie könnte sich eine deutsche Beteiligung an einer internationalen Schutztruppe für das vom Bürgerkrieg zerrissene Land durchaus vorstellen. In welch schwierigem Umfeld sich solche Einsätze bewegen würden, zeigen die Verstöße gegen die kürzlich auf der Berliner Libyen-Konferenz vereinbarte Waffenruhe und das Unterlaufen des seit 2011 geltenden Waffenembargos. Die Zusagen der Konferenzteilnehmer werden offenbar nicht eingehalten. Das war leider zu erwarten.