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"Falls Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen."
(George Orwell, 1903-1950, britischer Schriftsteller)



21. August 2016, von Michael Schöfer
Was will Recep Tayyip Erdogan gewinnen?


Manche geschichtliche Ereignisse rücken mit der Zeit naturgemäß in den Hintergrund, am Ende sind sie aus unseren Gedanken nahezu komplett verschwunden, so wie etwa die Niederlage der spanischen Armada vor den Küsten Englands im Jahr 1588, obgleich die Entwicklung der Menschheit dadurch entscheidend beeinflusst wurde. Vor exakt 48 Jahren, am 21. August 1968 (wer erinnert sich überhaupt noch daran?), beendeten die Warschauer-Pakt-Staaten durch ihren Einmarsch in die Tschechoslowakei (CSSR) den "Prager Frühling" - und damit den Versuch, einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" zu schaffen. Der Kurs des sowjetischen Parteichefs Leonid Breschnew (Breschnew-Doktrin) wurde damals zwar mit Hilfe von Panzern durchgesetzt, trug aber bereits den Keim des späteren Niedergangs des Kommunismus in sich. Die Breschnew-Ära gilt heute als "Zeit der Stagnation", die von ihr verursachten Schäden waren später auch von Michail Gorbatschow nicht mehr zu korrigieren.

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19. August 2016, von Michael Schöfer
Verbieten, was bereits verboten ist


Die Innenminister der Union wollen die Vollverschleierung zumindest teilweise verbieten. In ihrer "Berliner Erklärung" sehen sie Folgendes vor: "Die komplette Verhüllung muslimischer Frauen durch Burka oder Niqab sei ein 'Integrationshemmnis', heißt es in der Erklärung der Unionsminister. Zudem stehe sie 'im Widerspruch zur Gleichberechtigung und Würde der Frau'. Die Vollverschleierung soll daher verboten werden für Angestellte des öffentlichen Dienstes, in Kitas, Schulen, Universitäten, Gerichtssälen, Melde- und Standesämtern. Zudem werden Demonstrationen und der Straßenverkehr genannt. Verstöße sollen als Ordnungswidrigkeit geahndet werden."

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17. August 2016, von Michael Schöfer
Schattenwesen


Was wir wissen, ist genau genommen nicht allzu viel. Der Homo sapiens hat in den vergangenen Jahrhunderten zweifelsohne einen ungeheuren Wissensschatz angesammelt, aber je mehr wir wissen, desto klarer wird uns gleichzeitig, wie wenig wir wissen. "Ich weiß, dass ich nichts weiß." (Sokrates) Eigentlich paradox.

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14. August 2016, von Michael Schöfer
Will man warten, bis es zu spät ist?

"Die Phönizier haben das Geld erfunden - aber warum so wenig?" Dieses Bonmot des österreichischen Dramatikers, Schauspielers und Opernsängers Johann Nepomuk Nestroy (1801-1862) verfehlt heute seine Wirkung. Denn anders als zu Zeiten Nestroys ist Geld keineswegs knapp. Im Gegenteil, es gibt offenbar viel zu viel davon.

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13. August 2016, von Michael Schöfer
Islam-Hysterie


So langsam entwickelt sich in Europa in Bezug auf Muslime eine besorgniserregende Hysterie. Und wir müssen aufpassen, dass wir dabei nicht die Werte aufs Spiel setzen, die wir angeblich verteidigen wollen: Religionsfreiheit und die freie Entfaltung der Persönlichkeit. Grundrechte schützen nämlich auch oder gerade Minderheiten. Gelassenheit und Vernunft müssen über die Paranoia siegen.

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08. August 2016, von Michael Schöfer
Wachsweich und verzagt


Das eigentliche Problem bei uns ist, dass die demokratischen Werte gar nicht mehr richtig ernstgenommen werden. Man trägt sie zwar wie eine Monstranz vor sich her, aber eben nur pro forma, gewissermaßen so beliebt wie ein Besuch bei der schrulligen Erbtante. Sauertöpfisch und pflichtschuldig absolviert, aber mit wenig echter Begeisterung verbunden. Es regiert stattdessen eine unverständliche Verzagtheit, die dann auch prompt ausgenutzt wird.

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06. August 2016, von Michael Schöfer
Falsche Idole


Ende der siebziger, Anfang der achtziger Jahre hatten fortschrittlich gesinnte Menschen große Sympathie für die Revolution in Nicaragua. Als die Sandinisten der FSLN 1979 Diktator Anastasio Somoza stürzten, war das ein Hoffnungsschimmer für ganz Lateinamerika. In jener Zeit unterdrückten nämlich im Hinterhof der USA Militärdiktaturen die Bevölkerung, so etwa - um nur die wichtigsten zu nennen - in Chile (1973-1990), Argentinien (1976-1983), Brasilien (1964-1985) und Uruguay (1973-1985). Washington unterstützte die Juntas, obgleich diese gegen sämtliche demokratischen Werte verstießen. Zynisches Motto: "Er ist zwar ein Schweinehund, aber er ist unser Schweinehund." (US-Präsident Dwight D. Eisenhower über den dominikanischen Diktator Rafael Leónidas Trujillo Molina)

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04. August 2016, von Michael Schöfer
Risiko Finanzanlage


Die Menschen sollen mehr für die eigene Altersvorsorge tun, heißt es allenthalben. Und in diesem Zusammenhang, Sparen lohnt sich ja angeblich nicht mehr, werden gerne Aktien respektive Aktienfonds empfohlen. Dass diese nicht unbedingt besser sind, erleben momentan die Beamten. Bayerns Finanzminister Markus Söder fordert von VW bis zu 700.000 Euro Schadenersatz für Kursverluste durch die Dieselaffäre. Hintergrund: Der bayerische Pensionsfonds hatte in VW-Aktien investiert, die nun aber weniger wert sind. Auch Baden-Württemberg ist von der Betrugsaffäre betroffen, nach Zeitungsberichten sollen Ende Mai VW-Vorzugsaktien im Wert von 9,325 Mio. Euro im Depot des Versorgungsfonds des Landes Baden-Württemberg gelegen haben.

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31. Juli 2016, von Michael Schöfer
Die Demokratie braucht Menschen mit Rückgrat


Wenn bei uns die Bundeswehr gegen die gewählte Regierung putschen würde, müsste man natürlich ebenfalls intensiv ermitteln und die Schuldigen bestrafen sowie aus dem Dienst entfernen. Würde sich die Türkei darauf beschränken, wäre das absolut in Ordnung. Bedauerlicherweise scheinen die Behörden aber weit darüber hinauszugehen, jetzt stehen dort offenbar tatsächlich "Säuberungen" (welch unseliger Begriff) auf der Agenda. Davon betroffen sind alle Gegner des türkischen Präsidenten - unabhängig davon, ob sie in den Putsch involviert waren oder nicht.

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23. Juli 2016, von Michael Schöfer
Mein überfordertes Primatenhirn


Habt Mitleid mit meinem überforderten Primatenhirn, das angesichts der Komplexität und dem raschen Wandel seiner Umwelt gar nicht mehr zum Analysieren, geschweige denn zum korrekten Einordnen kommt. Die Welt ist ein einziges Tohuwabohu.

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20. Juli 2016, von Michael Schöfer
Blender haben's eben leichter


Die Welt ist voller Blender. Und warum? Weil es funktioniert. Leider. Wir können uns ja noch gut an diverse Abgeordnete und Minister erinnern, die ihre Dissertationen abgekupfert haben. So ein Doktortitel schmückt halt ungemein. Nun ist bekannt geworden, dass auch die Bundestagsabgeordnete Petra Hinz (SPD) ihren Lebenslauf frisiert hat. Sie habe entgegen ihren ursprünglichen Angaben weder Abitur gemacht noch Jura studiert, räumt sie jetzt ein. "Wir alle sind schockiert, dass Petra Hinz uns 30 Jahre lang eine falsche Biografie aufgetischt hat", sagt NRW-Justizminister Thomas Kutschaty als Vorsitzender der SPD Essen. Hinz kommt aus Essen und hat dort ihren Wahlkreis. Christine Lambrecht, Erste Parlamentarische Geschäftsführerin der SPD-Bundestagsfraktion, beteuert: "Gerade in der SPD zählten nicht Hochschul- und Studienabschlüsse, sehr wohl aber Vertrauen und Glaubwürdigkeit." Ja, ja, wer's glaubt.

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