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"Falls Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf, den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen."
(George Orwell, 1903-1950, britischer Schriftsteller)



25. März 2017, von Michael Schöfer
Mister 100 Prozent


Dass sich die SPD an Martin Schulz berauscht, ist nicht weiter verwunderlich. Endlich holt sie jemand aus dem Jammertal, in das sie durch die Schrödersche Agenda-Politik gefallen war. Leitspruch: "Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück, denn Martin Schulz ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln." Mit 100 Prozent zum SPD-Chef gewählt, mit 100 Prozent auf der NRW-Landesliste zur Bundestagswahl auf den Spitzenplatz gesetzt - besser geht es nicht. Und das sogar ganz ohne Wahlfälschung oder Druck von oben, Erich Honecker würde vor Neid erblassen.

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15. März 2017, von Michael Schöfer
Vermeintliche Verteidiger der liberalen Gesellschaft


Darüber, dass Recep Tayyip Erdogan, Alexander Lukaschenko, Wladimir Putin, Jarosław Kaczyński und Viktor Orbán nichts von einer liberalen Demokratie halten und Freiheitsrechte einschränken, sind sich hierzulande die meisten einig. Im Gegensatz dazu gerieren sich die etablierten Politiker als Gralshüter des Rechtsstaats. Dass sie ebenfalls gerne Freiheitsrechte einschränken, wird leider nur am Rande erwähnt. Wahrscheinlich, weil sie dabei subtiler vorgehen als die eingangs genannten Autokraten, was das Ganze allerdings nicht weniger gefährlich macht.

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10. März 2017, von Michael Schöfer
Der entscheidende Moment


Die meisten Politiker planen akribisch ihren Aufstieg, wenngleich es naturgemäß nur wenige bis ganz nach oben schaffen. Ein gutes Image ist ungemein hilfreich, es muss aber nicht unbedingt mit der Wirklichkeit übereinstimmen. Mehr Schein als Sein genügt vollkommen. Ein Schuss Charisma wäre nicht zu verachten, gute Beziehungen und eine möglichst enthusiastische Anhängerschaft ebenso wenig. Mit ein bisschen Glück lässt sich damit der Karriereplan auch verwirklichen. Was bei der akribischen Planung allerdings in der Regel außer Acht gelassen wird, ist das unabwendbare Karriereende. Deshalb agieren Politiker, sobald sie ernsthaft in Bedrängnis geraten, in der Regel ziemlich kopflos und verschlimmern ihre Lage dadurch nur noch mehr. Ein Paradebeispiel hierfür ist François Fillon, der Präsidentschaftskandidat der französischen Les Républicains. Sein Fall steht hier aber nur stellvertretend für andere, er könnte genauso gut in Deutschland spielen. Das Schema ist international übertragbar.

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03. März 2017, von Michael Schöfer
Fuchs, Du hast die Gans den Pinguin gestohlen...

Wie man eine Medienhysterie lostritt, hat kürzlich die Mannheimer Lokalpresse demonstriert. Im hiesigen Luisenpark gibt es nämlich ein Tiergehege, in dem u.a. auch Pinguine zu sehen sind. Ziemlich putzige Tiere. Am 13. Februar wurde, wie später in der Zeitung zu lesen war, zwischen 8 und 15 Uhr ein Humboldt-Pinguin aus dem Gehege "gestohlen". Es handelte sich um ein etwa 30 Zentimeter großes und zehn Monate altes Jungtier mit der Flügelmarke Nr. 53. "Die Untersuchung des Geländes hat ergeben, dass der Vogel nicht weggelaufen oder von einem Raubtier verschleppt worden sein kann", berichtete die Sprecherin des Parks. Wer macht so etwas, einen süßen Pinguin klauen? Sogar auf den Websites der "New York Times" und der "Washington Post" wird über den Pinguinklau berichtet. Mannheim bekommt weltweit Aufmerksamkeit. Fieberhaft suchen alle nach Nr. 53, die Polizei ermittelt wegen Diebstahls, es gibt allerdings keinerlei Täterhinweise. Die anderen Pinguine sind die einzigen Zeugen, beschließen aber eisern zu schweigen.

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01. März 2017, von Michael Schöfer
Es ist viel einfacher, sich gegenseitig mit Dreck zu bewerfen


"SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz hat die Unionsparteien für eine schlechtere Sicherheitslage in Deutschland verantwortlich gemacht. Die neoliberale Politik habe unter dem Stichwort schlanker Staat die Polizei und andere Sicherheitsorgane ausgeblutet und damit die Kriminalitätsbekämpfung erschwert, sagte Schulz am Sonntag auf einer Wahlkampfveranstaltung in Leipzig. Da das Bundesinnenministerium seit zwölf Jahren von CDU und CSU geführt werde, sei es nun Zeit für einen sozialdemokratischen Innenminister."

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26. Februar 2017, von Michael Schöfer
Das Rad der ewigen Wiederkehr


Die Buddhisten glauben an das Rad der ewigen Wiederkehr. In Friedrich Nietzsches "Zarathustra" finden wir die Zeile: "Alles geht, Alles kommt zurück; ewig rollt das Rad des Seins." Natürlich hat auch Hollywood mit dem Film "Und täglich grüßt das Murmeltier" das Seine zur Popularisierung dieser Sichtweise beigetragen. Jetzt sorgt US-Präsident Donald Trump für ein Déjà-vu-Erlebnis: Das kommt mir bekannt vor, ist alles schon einmal dagewesen. Trump will nämlich das Atomwaffenarsenal der Vereinigten Staaten vergrößern. "Es wäre wunderbar, es wäre ein Traum, wenn kein Staat Atomwaffen hätte. Aber solange Staaten Atomwaffen haben, werden wir im Rudel ganz oben stehen." Angeblich seien die USA diesbezüglich zurückgefallen.

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24. Februar 2017, von Michael Schöfer
Wozu 2 Prozent fürs Militär?


Mit Militärausgaben ist das so eine Sache: Herrscht dauerhaft Frieden, stehen Panzer und andere Rüstungsgüter nutzlos in der Landschaft herum. Vergeudete Haushaltsmittel, die man in anderen Bereichen wohl besser hätte gebrauchen können. Wobei einem natürlich immer wieder das lateinische Sprichwort "Si vis pacem para bellum" (Wenn du Frieden willst, rüste zum Krieg) vorgehalten wird. Es gebe den Frieden eben bloß, weil man potenzielle Friedensbrecher durch die Bereitstellung eigener militärischer Möglichkeiten erfolgreich von einem Angriff abschreckt. Insofern hätten die Waffen, selbst wenn sie nie zum Einsatz kämen, trotzdem ihren Sinn (gehabt). Das ist natürlich schwer zu widerlegen. Wobei man aber genauso wenig beweisen kann, dass andere sich nur deshalb von einem Angriff abhalten ließen. Vielleicht hatten sie nie die Absicht, einen Krieg zu beginnen. Doch der Mensch ist dem Menschen bekanntlich ein Wolf. Will heißen: Es wäre naiv, auf das Gute zu vertrauen, denn allzu oft wird man diesbezüglich enttäuscht.

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20. Februar 2017, von Michael Schöfer
Das darf doch nicht wahr sein!


Die ganze Welt fragt sich, was vergangene Woche Freitagnacht in Schweden passiert ist. Doch das kann man vielleicht noch erklären. Ich frage mich allerdings, was vorgestern in Florida geschah.

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13. Februar 2017, von Michael Schöfer
Wer hat das ganze Geld einkassiert?


Ich behaupte ja nicht, dass volkswirtschaftliche Daten unwichtig sind, aber die nahezu alleinige Fixierung aufs Wirtschaftswachstum verstellt gelegentlich den Blick darauf, wie es der Bevölkerung geht. So hat beispielsweise die EU-Kommission ihre Wachstumsprognose für die Eurozone gerade nach oben korrigiert. "Für das laufende Jahr geht die Kommission von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,6 Prozent aus, für 2018 um 1,8 Prozent. Damit erhöhte sie ihre Vorhersagen für die 19 Staaten umfassende Währungsunion um jeweils 0,1 Prozentpunkte. (…) In Italien soll das Wachstum bei 0,9 Prozent liegen und 2018 auf 1,1 Prozent steigen. Auch Griechenland, das noch immer am Tropf der Geldgeber der Eurozone und des Hilfsprogramms ESM hängt, erholt sich weiter - hier wird ein Wachstum von 2,7 Prozent erwartet." Ist das Zweckoptimismus? Schließlich stehen in den Niederlanden, Frankreich und Deutschland wichtige Wahlen an, da könnten günstige Prognosen vielleicht hilfreich sein.

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