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27. September 2009, von Michael Schöfer
Deutschland bekommt Gelbsucht


Die Bundestagswahl ist entschieden. Mit oder ohne Überhangmandate wird es für Schwarz-Gelb reichen. Leider. Doch die Wählerinnen und Wähler haben es so gewollt, das Wahlergebnis ist eindeutig. Die Wählerinnen und Wähler werden dann aber auch mit den Beschlüssen der schwarz-gelben Koalition leben müssen.

Bloß nicht lamentieren, es ist ohnehin nicht mehr zu ändern. So ist Demokratie. Die bürgerliche Mehrheit soll halt mal beweisen, dass sie es wirklich besser kann.



Da es, sofern auch Schleswig-Holstein an Schwarz-Gelb fällt, im Bundesrat ebenfalls eine klare schwarz-gelbe Mehrheit gibt, können Merkel, Westerwelle und Seehofer bis auf weiteres durchregieren.



[Quelle: Wikipedia, Bundesrat (Deutschland)]

Die desaströse Niederlage der SPD ist hauptsächlich auf ihre mangelnde Glaubwürdigkeit zurückzuführen. Wer für Hartz IV verantwortlich ist, kann sich nicht glaubwürdig für Gerechtigkeit einsetzen. Das Erbe Gerhard Schröders liegt den Sozialdemokraten wie ein Mühlstein um den Hals. Wir dürfen gespannt sein, wie es in der taumelnden Volkspartei weitergeht.

Guido Westerwelle ist angesichts seines unbestreitbaren Wahlerfolgs aufreizend übermütig. Von hier aus wünsche ich Angela Merkel schon einmal viel Spaß beim Regieren.

Was soll man zum Ergebnis sagen? Am besten gar nichts, man muss es ja erst einmal verdauen. Die Enttäuschung ist groß, aber die einzig realistische Alternative, nämlich die Fortsetzung der großen Koalition, hätte mich genauso wenig begeistert. Eines ist jedenfalls gewiss: In der Politik schlägt das Pendel irgendwann einmal wieder in die andere Richtung aus. Das ist momentan meine einzige Hoffnung.