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14. Januar 2012, von Michael Schöfer
Nützliche kleine Helfer


Wer privat viel mit dem PC arbeitet und dabei wertvolle, im Verlustfall unwiederbringliche Daten erzeugt, das können zum Beispiel Texte fürs eigene Weblog oder das Archiv der Urlaubsbilder sein, sollte an einer gut durchdachten Sicherungsstrategie arbeiten. Sodass es im Ernstfall nicht heißt: Sicherungskopie? Welche Sicherungskopie? Natürlich könnte man diese Sicherungsstrategie professionell aufbauen, etwa mit RAID-Festplatten. Doch derartige Lösungen sind für Otto-Normaluser in der Regel zu kompliziert und zudem überhaupt nicht notwendig, wenn man ein paar Grundsätze beachtet:

1. Nie auf ein Sicherungsmedium allein verlassen
Ich verwende zur Datensicherung/zum Datentransport USB-Sticks, wiederbeschreibbare DVDs und eine externe USB-Festplatte. Die USB-Sticks sind für den Alltag am besten, weil mit ihnen die Datensicherung vergleichsweise schnell erledigt ist. Jeder Artikel wird schon während seines Entstehens zwischendurch immer wieder auf dem USB-Stick gesichert. Einfach einstöpseln und kopieren. Mindestens einmal im Monat brenne ich eine Komplettkopie meiner Daten auf DVD-RW und hebe diese ein Jahr lang auf. So habe ich die letzten zwölf Monate durchgängig gesichert. Selbst wenn ich erst nach einem halben Jahr den Defekt einer Datei bemerken sollte, sind ältere Versionen immer noch verfügbar. Jeweils Ende Dezember wird eine nur einmal beschreibbare Jahrgangs-DVD gebrannt und wandert anschließend ins Langzeitarchiv. Nebenbei mache ich gelegentlich noch eine Sicherung auf der externen Festplatte. Vorteil: Ist ein Medium defekt, stehen stattdessen andere zur Verfügung. Dass USB-Stick, DVD und externe Festplatte gleichzeitig ausfallen, ist extrem unwahrscheinlich. Aus diesem Grund ist "Datenverlust" für mich zum Fremdwort geworden. Nachteil: Man muss die Disziplin aufbringen, wirklich an jedem Monatsende an seine Backups zu denken.

2. Wer Daten sichert, sollte auch auf die Verschlüsselung achten
USB-Sticks rutschen allzu leicht aus der Hosentasche und gehen nicht selten verloren. Außerdem sollte man nicht darauf vertrauen, dass im persönlichen Umfeld alle ihre Neugier stets zurückhalten können. Der gezielte Diebstahl von Daten soll ebenfalls schon vorgekommen sein. Hier hat sich die Verschlüsselungssoftware TrueCrypt hervorgetan, die Container-Dateien erzeugt, welche sich - passwortgeschützt - leicht ins System einbinden lassen. Entschlüsselt erscheint die Container-Datei im System unter einem eigenen Laufwerksbuchstaben und kann wie jedes andere Laufwerk benutzt werden. Die darin abgelegten Daten werden ohne spürbaren Zeitverlust automatisch verschlüsselt. An verschlossenen Container-Dateien dürften sich Neugierige/Datendiebe wohl die Zähne ausbeißen. Mit anderen Worten: Nach aktuellem Stand nicht zu knacken. TrueCrypt kann sogar unter Umständen, doch das ist abhängig von der Konfiguration des Rechners, die ganze Festplatte des PCs verschlüsseln. Die Windows-Festplattenverschlüsselung "BitLocker", die es nur in den teuren Windows 7-Editionen Ultimate und Enterprise gibt, ist daher zumindest im privaten Bereich überflüssig. Kleiner Tipp: Container-Dateien auf der Festplatte nur bis zu einer Größe von knapp über 4 GB erzeugen, dann lassen sie sich bequem auf DVD brennen.

3. Wer Daten sichert, sollte an die Verifikation denken
USB-Sticks können bereits ab Werk schadhaft sein oder im laufenden Betrieb Schaden erleiden. Bei mir wird jeder neue Stick zunächst mit H2testw getestet. Erst wenn er diesen Test besteht, werden darauf Daten abgespeichert. Leider prüft der Windows-Explorer nicht, ob Daten korrekt auf einem Medium gespeichert werden. Geht ein USB-Stick im laufenden Betrieb kaputt, sind die darauf befindlichen Daten womöglich unvollständig oder ganz verloren. Das ist mir gerade passiert, aber ich habe den Defekt des USB-Sticks gleich gemerkt, denn hier hilft FastCopy. Mit dem kleinen, genau wie H2testw ohne Installation lauffähigen Programm, kann man bei jedem Kopiervorgang überprüfen, ob die Daten auf dem Zielmedium auch richtig angekommen sind. FastCopy vergleicht nämlich den MD5-Hashwert, also den Fingerabdruck von Original und Kopie. Stimmt er überein, ist alles okay. Stimmt er nicht überein, ist die Kopie beschädigt. Der Windows-Explorer weist dieses wertvolle Feature nicht auf. Äußerst nützlich: FastCopy gleicht auf Wunsch die Dateien beim Speichern nach Datum ab, sichert also in diesem Fall nur die jüngste Version. So hat man immer die zuletzt geänderte Datei und erspart sich obendrein beim Kopiervorgang viel Zeit, da Ordner mit großem Inhalt nicht mehr komplett übertragen werden. FastCopy ist deshalb bei mir inzwischen das Standard-Werkzeug für alle Kopiervorgänge. Zum Schluss sei noch an die Verifikationsmöglichkeit von Brennprogrammen erinnert. Damit kann man prüfen, ob auch beim Sichern auf DVDs alles korrekt gebrannt wurde.

Durch die vielen kleinen Helfer kann man nicht nur seine Produktivität erhöhen, sondern auch die Sicherheit. Genau um Letzteres sollte es hier gehen.