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27. Januar 2012, von Michael Schöfer
Der Sozialismus hat gesiegt


Mein Gott, da beobachtet der Verfassungsschutz jahrelang die Linkspartei - und hat immer noch nicht gemerkt, dass die offenbar schon längst an der Macht ist. Mitt Romney, einer der republikanischen Präsidentschaftsbewerber, wirft Barack Obama gerne "bürokratischen Sozialismus europäischen Musters" vor. Er wolle verhindern, dass dieser die USA in einen "sozialistischen Wohlfahrtsstaat europäischer Prägung verwandle". Sein Konkurrent Rick Santorum beklagt, dass "Obama eine Art von europäischem Sozialismus in den USA einführen will". Und glaubt man Newt Gingrich, der den Mond zum 51. Bundesstaat der USA machen möchte, ist Obama eine Gefahr für Amerika, weil er ein "sozialistisches System mit radikalen Ideen im Stile Europas" anstrebe.

Immerhin planen die drei Herren, demnächst im Oval Office das Sagen zu haben, weshalb man ihnen wohl kaum eine irrationale Sicht auf die Welt unterstellen kann. Sie öffnen uns vielmehr die Augen: Entgegen dem, was uns die Historikerzunft suggeriert, hat in Wahrheit der Sozialismus gesiegt, wir haben es bislang bloß noch nicht bemerkt. Die europäischen Regierungen quälen uns mit den grausamsten sozialistischen Folterinstrumenten, etwa der gesetzlichen Krankenversicherung (englisch: Obamacare). Wirklich schlimm: Ganz Europa leidet schon seit Jahrzehnten unter der sozialistischen Knute. Jedenfalls, wenn man den Republikanern Glauben schenkt. Wir reiben uns verwundert die Augen.

Das Niveau der amerikanischen Wahlkampfdebatte zeigt, was von einem republikanischen Präsidenten zu erwarten wäre. Vermutlich wenig Gutes.