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06. Februar 2012, von Michael Schöfer
Toll, bloß wie?


Griechenland müsse "aus eigener Kraft so viel Wachstums- und Wettbewerbsfähigkeit organisieren wie möglich", verlangt FDP-Generalsekretär Patrick Döring. [1] Dazu müssten seiner Meinung nach die von der Troika (IWF, EU-Kommission und EZB) vorgeschlagenen Reformen umgesetzt werden.

Und die sehen so aus: "Die Troika verlangt von Griechenland unter anderem Lohnkürzungen auch im privaten Sektor, die bis zu 25 Prozent weniger Einkommen für die Arbeitnehmer bedeuten könnten. Außerdem sollen 15.000 Staatsbedienstete bis Juni gehen. Insgesamt fordert die Troika die Entlassung von 150.000 Staatsbediensteten bis 2015. Zudem sollen zahlreiche Renten gekürzt werden." [2]

Bloß eines hat uns Döring vergessen zu verraten: Wie man mit der weiteren massiven Kürzung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage, und nichts anderes bedeuten die geforderten Entlassungen und drastischen Lohn- sowie Rentenkürzungen, Wachstum generiert. Aber die FDP war ja schon von jeher die Stimme der ökonomischen Vernunft (Achtung: Ironie!). Allein mit Sparen kommt Griechenland nicht aus der Krise heraus, doch das hätte man eigentlich schon längst merken müssen.

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[1] Reuters vom 06.02.2012
[2] tagesschau.de vom 06.02.2012