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21. Dezember 2009, von Michael Schöfer
Was denn nun?


Oktober 2001: "Es gibt keine gemäßigten Taliban", sagt der spätere Außenminister Afghanistans, Abdullah Abdullah. [1]

April 2007: Der damalige SPD-Vorsitzende Kurt Beck verlangt, man solle mit den gemäßigten Taliban verhandeln. Die CSU verspottet Beck als "Hobby-Außenpolitiker". "Man merkt, dass Herr Beck in Mainz sitzt und sich bislang mehr um Winzer als um Weltpolitik gekümmert hat." [2] Ein gewisser Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) lästert: "Außer dem stellvertretenden Regierungssprecher und dem SPD-Chef kenne ich niemanden, der je einen 'vernünftigen Taliban' getroffen hätte." [3]

März 2009: US-Präsident Barack Obama reicht gemäßigten Taliban die Hand. [4] US-Außenministerin Clinton will gemäßigten Taliban Versöhnung anbieten. [5]

August 2009: "Es gibt keine gemäßigten Taliban, mit denen man verhandeln könnte", behauptet ein amerikanischer Geheimdienstexperte. [6]

Dezember 2009: Guttenberg schließt Gespräche mit gemäßigten Taliban nicht aus. [7]

Gibt es sie nun oder gibt es sie nicht, die "gemäßigten Taliban"?

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[1] Spiegel-Online vom 21.10.2001
[2] Spiegel-Online vom 04.04.2007
[3] Spiegel-Online vom 14.08.2007
[4] Welt-Onlinetageschau.de vom 11.03.2009
[5] Die Presse.com vom 31.03.2009
[6] Zeitong.de vom 03.08.2009
[7] Deutsche Welle vom 20.12.2009