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31. Oktober 2017, von Michael Schöfer
Wozu braucht man in der Stadt Geländewagen?

Die CO2-Konzentration in der Erdatmosphäre hat 2016 einen neuen Rekordwert erreicht, sie ist im vergangenen Jahr so rasch gestiegen wie nie zuvor und nun mit 403,3 ppm so hoch wie vor drei bis fünf Millionen Jahren. Man darf gespannt sein, wie die Parteien, die an den Sondierungsgesprächen der Jamaika-Koalition beteiligt sind (CDU, CSU, FDP, Grüne), mit dieser Information umgehen. Zwar bekennen sich alle zum Klimaabkommen von Paris, doch kommt es natürlich auf die Umsetzung an. "Ökologische Ziele erreicht Deutschland günstiger und besser durch Innovation, Wettbewerb und Effizienzsteigerung als mit Planwirtschaft und Bürokratie", sagt zum Beispiel die FDP. Das klingt modern, ist der Natur aber vollkommen egal, ihr kommt es nämlich einzig und allein auf die tatsächliche CO2-Konzentration an - steigt sie wie bisher oder sinkt sie wieder? Daran müssen sich alle messen lassen. Der Rest ist bloß Geschwätz für die Galerie.

Apropos Galerie: Stadtgeländewagen, sogenannte SUVs, finden weiterhin reißenden Absatz, ihr Marktanteil liegt inzwischen bei 21,9 Prozent. Tendenz: steigend. SUVs sind meist besonders groß und besonders schwer, der CO2-Ausstoß demzufolge enorm. Vielleicht ist das schon die Antwort der Bevölkerung auf die Einhaltung der Klimaziele, sie lautet: "Leckt mich am Arsch! Nach mir die Sintflut!" In Ordnung, wir werden es dem Klima ausrichten. Aber bitte beschwert euch dann nicht über die Folgen.