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17. September 2017, von Michael Schöfer
Hierzulande dürfte sich nicht allzu viel ändern


Sieben Tage vor der Bundestagswahl muss man leider feststellen: Dieser Wahlkampf ist wirklich furchtbar langweilig. Alle spielen weit unter ihrer gewohnten Form, nur die AfD glänzt wie erwartet mit rechtsradikalen Sprüchen. Aber auch die nutzen sich langsam ab. Platz 1 und 2 sind bereits vergeben, wenngleich die SPD das schlechteste Ergebnis der Nachkriegszeit befürchten muss. Der Schaukampf der Grünen und der FDP um Platz 3 kommt doch sehr bemüht daher. Das ist so interessant wie die Frage, wer bei der Fußball-Weltmeisterschaft das "kleine Finale" gewinnt. Was ist eigentlich mit der Linken? Die könnte am Ende nach dem Motto, wenn zwei sich streiten, der lachende Dritte sein. Das Potenzial der AfD wird meiner Meinung nach eher unterschätzt, sie hat trotz ihrer verbalen Entgleisungen große Chancen, drittstärkste Partei zu werden. Oder soll man sagen: Gerade wegen ihrer verbalen Entgleisungen? Extrem enttäuschend: Nicht einmal russische Hacker wollten mit der Veröffentlichung von pikanten Details in das Rennen um die Macht eingreifen. Vielleicht, weil es gar keine pikanten Details gibt. Oder trauen Sie Angela Merkel eine amouröse Affäre zu? Oder etwa Martin Schulz? Und wir haben, anders als die Amerikaner, kein FBI, das Ermittlungen gegen einen der Spitzenkandidaten führt. Okay, Alexander Gauland einmal ausgenommen, gegen den ermittelt zumindest die Staatsanwaltschaft wegen Volksverhetzung. Spannend wird es allenfalls nach der Wahl, obgleich es derzeit nur die Wahl zwischen einer Neuauflage von Schwarz-Rot oder zum ersten Mal Schwarz-Gelb-Grün gibt. Wem gewährt wohl die holde Maid im Kanzleramt ihre Gunst? Wem auch immer, jedenfalls dürfte sich hierzulande nicht allzu viel ändern, obgleich es durchaus Änderungsbedarf gibt. Wie ermüdend. Gähn... Weckt mich auf, wenn etwas passiert...