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24. August 2017, von Michael Schöfer
Grüne und Linke beim Frauenanteil vorbildlich


"Männer und Frauen sind gleichberechtigt: so steht es im Artikel 3 unseres Grundgesetzes. Rechtlich gesehen stimmt das auch. Doch wie können wir gleichberechtigte Teilhabe auch im Berufs- und Familienleben erreichen? (… ) Die Bundesvorsitzende der Frauen Union sprach sich dafür aus, Gleichberechtigung als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu verstehen. Schließlich würden alle davon profitieren." Das Bekenntnis auf der Website der CDU klingt zwar gut, allerdings werden die Christdemokraten ihren hehren Ansprüchen selbst nicht gerecht: Unter den 425 Kandidaten, die 2017 bei der Bundestagswahl für die CDU antreten, finden sich bloß 169 Frauen (= 39,8 %).

Die SPD steht im Vergleich zur CDU nur unwesentlich besser da, bei ihr beträgt der Frauenanteil unter den Kandidaten 40,8 Prozent.

Am 13. Mai 2017 kam im bayerischen Friedenfels die Kreisversammlung der Frauen Union zusammen. Motto: "Politik von Frauen, für Frauen und mit Frauen." Bei der Bundestagswahl hat die CSU dagegen nur 20 Frauen aufgestellt (= 27,0 %). Armselig.

Die FDP gibt sich neuerdings gern modern, doch sie kommt bei den Wahlbewerbern lediglich auf einen Frauenanteil von 22,6 Prozent.

Ganz schlecht, wen wundert's eigentlich, steht die AfD da: 30 Frauen kandidieren neben 205 Männern, beschämende 12,8 Prozent. Der Platz einer Frau wird in der AfD offenbar eher am Herd gesehen, weniger im Deutschen Bundestag.

Nach den Zahlen, die die Süddeutsche Zeitung zusammengetragen hat, sind nur die Grünen und die Linke vorbildlich: Bei ihnen entspricht der Frauenanteil mit 51,5 bzw. 51,0 Prozent exakt dem der deutschen Wohnbevölkerung (51,2 %). Würden Frauen konsequent Frauen wählen, sähe das Ergebnis der Bundestagswahl völlig anders aus. Aber vermutlich werden die Frauen auch im 19. Deutschen Bundestag wieder in der Minderheit sein, derzeit sind es 37,1 Prozent. Entsprechend schlecht sieht es mit der tatsächlichen Gleichberechtigung aus. Gesetze, die sie endlich durchsetzen könnten, haben es eben in einem männerdominierten Parlament ziemlich schwer.