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23. Juli 2017, von Michael Schöfer
Scaramucci könnte keinen passenderen Namen haben


Anthony Scaramucci ist der neue Kommunikationsdirektor im Weißen Haus. Ich weiß, es ist unfair, niemand kann etwas für seine Physiognomie und ebenso wenig für seinen Namen, aber bei mir hinterlässt er eher den Eindruck eines New Yorker Mafiosi aus einem Film von Francis Ford Coppola. Trug Don Vito Corleone nicht auch so einen auffallenden Goldring? Oder war es Michael Corleone? Ich erinnere mich nicht genau. Nun ja, vielleicht kommt es einfach daher, weil Scaramucci Sohn eines italienischen Immigranten ist. Immerhin hat der Jurist in Harvard studiert.

Das italienische Wort "Scaramuccia" bedeutet übrigens "Scharmützel" oder "Geplänkel" (im Sinne von "Wortgefecht"). Trumps Kommunikationsdirektor könnte keinen passenderen Namen haben, denn an Wortgefechten mit der Presse wird es ihm bestimmt nicht mangeln. Sein Chef sorgt gewiss für eine ausreichende Anzahl von Anlässen.

"Scaramuz" oder "Skaramuz" (vom Wort "Scaramuccia" abstammend) ist darüber hinaus eine komische Figur des italienischen Volkstheaters, sie repräsentiert dort den Typus des neapolitanischen Abenteurers und Aufschneiders. Doch man soll Analogien nicht zu weit treiben. Allerdings hat Anthony Scaramucci gleich zu Beginn seiner Amtszeit selbst für große Erheiterung gesorgt, weil er frühere despektierliche Äußerungen über Donald Trump auf seinem Twitter-Account pflichtbewusst gelöscht hat. 2012 hat er sogar Hillary Clinton als "unglaublich kompetent" gelobt. Wahrscheinlich erklärt er jetzt seine eigenen Äußerungen zu Fake-News - ganz im Sinne seines aktuellen Brötchengebers. Es ist absehbar, wir werden mit ihm vermutlich genauso viel Spaß haben wie mit Sean Spicer.