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07. Juli 2017, von Michael Schöfer
Woran werden sich die Menschen erinnern?


Der G20-Gipfel in Hamburg hat bislang alle in ihn gesetzten Erwartungen erfüllt: Der Polizei wird erwartungsgemäß zu hartes Eingreifen vorgeworfen (sie habe die Krawalle angeheizt). Hätte sie eine zu weiche Linie gefahren, wäre ihr natürlich auch das vorgeworfen worden (sie hätte den Krawallen nichts entgegengesetzt). Der Schwarze Block hat wie erwartet randaliert, Polizeibeamte verletzt, Autos angezündet, Scheiben eingeschlagen und Läden geplündert. Die Linksextremisten zeigten haargenau das Verhalten, das szenekundige Beobachter prophezeiten. Doch mal ehrlich, von dieser Seite waren ohnehin keine Überraschungen zu erwarten. Es ist schließlich seit langem bekannt, dass Autonome ihre friedlichen Absichten mit dem Schwingen von Eisenstangen und Wurfgeschossen aller Art unterstreichen. Die berechtigten Anliegen der friedlichen Demonstranten sind in dieser Orgie der Gewalt erwartungsgemäß fast völlig untergegangen. Woran werden sich die Menschen noch wochenlang erinnern? Richtig, an brennende Autos. Wahrscheinlich erfüllen auch die Politiker alle in sie gesetzten Erwartungen und unterzeichnen am Ende des G20-Gipfels ein absolut belangloses Abschlussdokument ohne jede Wirkungskraft. Wie das eben von G20-Gipfeln gemeinhin erwartet wird. Ganz unter uns: Den Aufwand hätte man sich sparen können. Zumindest der Veranstaltungsort hat sich als ausgezeichnete Wahl erwiesen. Die Freundlichkeit, mit der die mächtigsten Politiker der Welt in der Hansestadt empfangen wurden, war beispiellos. Und auch das hat niemand anders erwartet.