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13. Juni 2017, von Michael Schöfer
Wir wollen, dass sich das ändert

Eine Studie der EZB kommt zu der keineswegs erstaunlichen Feststellung: "Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer." Die OECD stellt wenig überraschend fest: "Das Einkommensgefälle ist auf dem höchsten Stand seit 50 Jahren." Und auch der jährlich erscheinende Global Wealth-Report bestätigt in der aktuellen Ausgabe: "Die Reichen werden immer reicher. Die Vermögensschere geht weiter auf." Dieses Spiel könnte man fast endlos fortsetzen.

Und wie reagiert die Politik? Angela Merkel (CDU): "Mit uns können sie sicher sein, dass es keine Vermögenssteuern geben wird." Im Entwurf ihres Wahlprogramms erwähnt die SPD die Vermögensteuer schon gar nicht mehr. Für die FDP ist sie ohnehin Teufelszeug. Und bei den Grünen ist die Haltung zu ihr - wie so vieles - nicht ganz klar. Nur die Linke ist entschieden für die Wiedereinführung der Vermögensteuer. Doch die sind schließlich "auf dem Weg zur Sekte", "lähmen sich selbst" und sowieso regierungsunfähig. Jedenfalls wenn man der Presse glauben darf. Dabei greift die Linke nur auf, was EZB, OECD und viele andere ständig wiederholen: "Die Reichen werden reicher, die Armen ärmer." Verbunden mit dem kleinen Zusatz: "Wir wollen, dass sich das ändert."