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05. Juni 2017, von Michael Schöfer
Alles, was ein ordentlicher Terrorhelfer eben so braucht


Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate, Bahrain und Jemen haben die diplomatischen Beziehungen zu Katar abgebrochen. "Saudi-Arabien schloss die Grenze zum Nachbarland. Ägypten sperrte alle Häfen und Flughäfen für Schiffe und Flugzeuge aus dem Emirat", lesen wir auf tagesschau.de. Grund: Die Länder werfen dem Golfstaat Unterstützung des Terrorismus vor. Konkret genannt werden: Muslimbruderschaft, Al Kaida, Islamischer Staat. Katar unterstützt den Terrorismus? Und dann auch noch die, deren Unterstützer gerade in Manchester und London Attentate begangen haben?

Laut dem Stockholmer Friedensforschungsinstitut SIPRI haben Katars Waffenimporte im Fünfjahreszeitraum 2012 bis 2016 gegenüber dem vorherigen Vergleichszeitraum um satte 245 Prozent zugelegt. (SIPRI vom 20.02.2017, Increase in arms transfers driven by demand in the Middle East and Asia) Und schaut man bei SIPRI in der Arms Transfers Database nach, wer so niederträchtig war, den Terrorhelfer Katar aufzurüsten, bekommt man zur Auskunft (in alphabetischer Reihenfolge): Canada, France, Germany, Italy, Netherlands, Pakistan, Spain, Switzerland, Turkey, United States. Verblüffende Erkenntnis: Katar wurde im Wesentlichen vom Westen mit Waffen versorgt. Und es war alles dabei, was ein ordentlicher Terrorhelfer eben so braucht: Kriegsschiffe, Radaranlagen, Panzer, Raketen, Hubschrauber, Flugzeuge und Kleinwaffen. Manche Bestellungen, etwa amerikanische F15-Kampfflugzeuge, wurden noch nicht vollzogen.

Liebe Leserinnen und Leser, können Sie sich vorstellen, dass wir einen Terrorhelfer unterstützen? Also ich nicht, das würden wir doch nie tun. Bestimmt liegt da ein Missverständnis vor. (Achtung: Ironie!)