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27. März 2017, von Michael Schöfer
Da hätte man auch ein Tonband interviewen können


Immer diese vorgestanzten Antworten. Gefragt nach dem an der Saar ausgebliebenen Schulz-Effekt antworteten die Vertreter der SPD unisono damit, man müsse berücksichtigen, wo die Partei im Januar stand. "Man kann zumindest konstatieren, dass Anke Rehlinger und die SPD im Saarland ja im Januar noch bei rund 23 bis 24 Prozent lagen, das heißt, es hat schon eine klasse Aufholjagd gegeben", sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer dem SWR. Man dürfe bei dem Ergebnis nicht vergessen, "wo die SPD noch zu Beginn des Jahres stand: bei 24 Prozent", gab die unterlegene Anke Rehlinger zu bedenken. Bundesjustizminister Heiko Maas: "Klar ist, wir hätten uns etwas mehr erwünscht." Noch im Januar habe die SPD in Umfragen aber bei nur 24 Prozent gelegen. "Ohne Martin Schulz wären wir gar nicht auf 30 Prozent gekommen." Auf die 24 Prozent im Januar wies auch SPD-Generalsekretärin Katarina Barley hin. Ebenso Martin Schulz selbst: "Wir lagen Ende Januar in den Umfragen bei 24 Prozent." Da hätte man auch ein Tonband interviewen können. Das war der offenkundig abgesprochene Versuch, den SPD-Kanzlerkandidaten aus der Schusslinie zu nehmen und die Wahlniederlage positiv umzudeuten. Damit bloß keiner auf die Idee kommt, Schulz habe als Parteivorsitzender einen Fehlstart hingelegt.