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14. März 2017, von Michael Schöfer
So viel Niedertracht ist unglaublich


Nein, so richtig glauben will man das nicht. Die Vereinten Nationen stünden vor der größten humanitären Katastrophe seit ihrer Gründung, warnte kürzlich UN-Nothilfekoordinator Stephen O'Brien vor dem Weltsicherheitsrat in New York. 20 Millionen Menschen drohe der Hungertod, wenn die Weltgemeinschaft keine Hilfe schickt. Hilfsorganisationen rufen zu Spenden auf. Betroffen von der Hungerkatastrophe sind der Südsudan, Jemen, Somalia und Nigeria. Ausgerechnet jetzt plant der Südsudan, die Gebühr für Arbeitsvisa für Mitarbeiter von Hilfsorganisationen von derzeit 100 US-Dollar auf 10.000 US-Dollar zu erhöhen. Die Welt soll Hilfe leisten und wird dafür auch noch abgezockt? Von einer korrupten Regierung, die buchstäblich über Leichen geht? Oder will sie Hilfsmaßnahmen bewusst unterbinden und so Millionen Menschen dem Hungertod ausliefern? Das ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Eigentlich ein Fall für den Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag, dem der Südsudan aber nicht beigetreten ist. Man steht fassungslos vor so viel Niedertracht.