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11. März 2017, von Michael Schöfer
Soso, Griechenland soll wachsen


Vor kurzem hat die EU-Kommission ihre Prognose für 2017 erhöht: In allen EU-Mitgliedstaaten soll die Wirtschaft wachsen - sogar in Griechenland. Um beachtliche 2,7 Prozent wird dort das Bruttoinlandsprodukt zulegen. Jedenfalls nach der Vorhersage der EU. Klingt nach viel, aber man muss natürlich die mickrige Ausgangsbasis berücksichtigen, schließlich befindet sich die griechische Wirtschaft seit 2008 im Sinkflug. Ein Manko bleibt allerdings, denn es scheint, als wolle sich die Realität nicht nach der Prognose richten. Laut Elstat ist das griechische Bruttoinlandsprodukt im 4. Quartal 2016 gegenüber dem Vorjahresquartal um 1,1 Prozent gesunken. Rechnet man alle vier Quartale zusammen, ist das reale BIP 2016 gegenüber dem Vorjahr von 184,416 Mrd. Euro auf 184,317 Mrd. Euro (in Preisen von 2010) zurückgegangen. Ein Minus von 0,05 Prozent. Also ich finde, dass die Sparpolitik der Troika wunderbar funktioniert. Eine Wirtschaft, die fast eine ganze Dekade lang schrumpft, das muss man erst einmal hinbekommen. (Achtung: Ironie!) Und noch ist ja nicht aller Tage Abend, 2017 hat nämlich erst angefangen. Ich bin sicher, dass man mit weiteren Lohn- und Rentenkürzungen das anvisierte Ziel (ein Plus von 2,7 %) locker erreicht. Sie werden es bestimmt erleben, im nächsten Jahr wird man die EU-Kommission für ihre ökonomische Weisheit loben.