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25. Februar 2017, von Michael Schöfer
Von unten sieht alles ein bisschen anders aus als von oben


Der Staat hat 2016 einen Überschuss in Höhe von 23,7 Mrd. Euro erzielt, das Bruttoinlandsprodukt ist im vergangenen Jahr um 1,9 Prozent gestiegen, im Außenhandel wurde ein Überschuss von 244,3 Mrd. Euro erwirtschaftet, es gibt mit durchschnittlich 43,475 Mio. Erwerbstätigen so viel wie noch nie, die Arbeitslosenquote war zuletzt mit 6,3 Prozent relativ niedrig - mit einer solchen Bilanz würde jede Kanzlerpartei die absolute Mehrheit anvisieren. Doch beim DeutschlandTrend liegt die SPD erstmals vor der Union. Martin Schulz verspricht mehr Gerechtigkeit und bekommt deshalb viel Zuspruch. Die Bundestagswahl ist erst am 24. September, bis dahin kann also noch viel passieren. Dennoch, ein Spaziergang wird der Wahlkampf für Angela Merkel nicht. Sie muss nach den aktuellen Umfragen um ihre Macht bangen. Warum eigentlich, ihre Bilanz ist ja - siehe oben - blendend. Kann es sein, dass es in puncto Gerechtigkeit wirklich Nachholbedarf gibt? Kann es sein, dass für viele tatsächlich nicht genug vom wachsenden Kuchen abfällt? Betrachtet man die Sache oberflächlich, dürfte Schulz gegen Merkel keine Chance haben. Aber von unten sieht alles ein bisschen anders aus als von oben.