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12. Februar 2017, von Michael Schöfer
Bislang waren alle elf Bundespräsidenten Männer


Habemus Bundespräsident. 931 von insgesamt 1.253 Stimmen sind solide. Vor der Bundespräsidentenwahl hieß es, Steinmeier werde von der Union und der SPD unterstützt, könne aber auch auf Stimmen der Grünen und der FDP rechnen. Laut Wikipedia hatten die fünf Parteien zusammen 1.106 Sitze (CDU/CSU 539, SPD 384, Grüne 147, FDP 36). Ich weiß genau, was Sie jetzt sagen werden: "Wenn man will, findet man in jeder Suppe ein Haar." Stimmt. Andererseits hat der von der Linken aufgestellte Christoph Butterwegge 128 Stimmen bekommen, die Linke hatte allerdings nur 95 Sitze. Immerhin ein Achtungserfolge, wenngleich Butterwegge von vornherein chancenlos war. Aber auch der Kandidat der AfD erhielt mit 42 Stimmen sieben mehr, als es der Stärke der AfD in der Bundesversammlung entsprach. Die Abweichungen sind freilich nicht groß genug, um daraus mehr als politische Kaffeesatzleserei zu betreiben. Was mich jedoch wirklich stört: Bislang waren alle elf Bundespräsidenten Männer, Frank-Walter Steinmeier wird der zwölfte sein. Keine einzige Frau, das ist für eine moderne Demokratie beschämend.