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08. Februar 2017, von Michael Schöfer
Die Touristen könnten auch wegbleiben


Die USA überlegen gerade, ob Einreisende künftig bei der Passkontrolle nicht auch das Passwort ihres Facebook-Accounts angeben müssen. Keiner wird dazu gezwungen, aber wer es nicht preisgibt, darf nicht einreisen. "Wenn sie nicht kooperieren wollen, kommen sie nicht rein", erläutert Heimatschutzminister John Kelly derartige "Gedankenspiele". Wie immer dient alles bloß dem Kampf gegen den Terror. Solche Vostellungen kann man beliebig erweitern: Passwort fürs Notebook, Passwort fürs Online-Banking, Passwort fürs Handy, Passwort fürs Online-Dating… - der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Man wird die USA kaum daran hindern können, ihre Einreisebestimmungen zu ändern. Aber von Geschäftsreisenden abgesehen ist auch niemand gezwungen, das "Land der Freien" zu besuchen. Nach Angaben von Spiegel-Online kamen 2015 insgesamt 77,5 Mio. Touristen in die USA, sie bescherten den Amerikanern Einnahmen in Höhe von 204,5 Mrd. US-Dollar. Das kann sich rasch ändern. Donald Trump wird sich wohl kaum um die Privatsphäre der Touristen Sorgen machen, aber vielleicht beeindrucken ihn nackte Zahlen, schließlich ist er Unternehmer.