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20. Januar 2017, von Michael Schöfer
Der "Fluch der frühen Geburt"


Helmut Kohl sprach einst von der "Gnade der späten Geburt". Er meinte damit, wer nach 1930 geboren ist, konnte im Nationalsozialismus nicht zum Täter oder Mitläufer werden. Heute muss man dagegen vom "Fluch der frühen Geburt" sprechen, denn die Zustände in ein paar Jahrzehnten werden geradezu paradiesisch sein. Schon jetzt fordern viele die Einführung des "Bedingungslosen Grundeinkommens" (= Geld ohne Arbeit), Cannabis gibt es mittlerweile auf Rezept, während die Grünen neuerdings sogar "Sex auf Rezept" befürworten. Und Roboter mit künstlicher Intelligenz werden uns demnächst bestimmt auch noch die lästige Hausarbeit abnehmen. Das Leben wird sich wie ein nie endender Urlaub anfühlen. "All Inclusive" sozusagen. Das hätte es geben müssen, als ich jung und knackig war. Was nützen mir all die schönen Dinge, wenn ich voraussichtlich zu alt und klapprig bin, um sie zu genießen. Oder glauben Sie wirklich, ich werde mit 85 noch zum Kiffer? Na ja, und über den Sex im Alter hüllen wir am besten den Mantel des Schweigens. Wie Sie sehen, das ist in der Tat der "Fluch der frühen Geburt".

(Nehmen Sie es mir bitte nicht übel, aber zum Spaß an der Polemik gehört eben auch die bewusste Übertreibung. Obgleich: Übertreibung?)