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15. Januar 2017, von Michael Schöfer
Misstrauen gegenüber dem Islam berechtigt


In Pakistan sind seit Jahresbeginn mindestens fünf Blogger und Menschenrechtsaktivisten verschwunden, die das Militär und die zunehmende Islamisierung ihres Landes kritisiert haben. Andere sind eingeschüchtert und deaktivieren ihre Twitter- und Facebook-Konten. In Bangladesh stehen islamkritische Blogger ebenfalls unter großem Druck, etliche von ihnen wurden bereits ermordet. In beiden Ländern unternimmt der Staat viel zu wenig gegen die fortschreitende Radikalisierung. Im Gegenteil, kritische Köpfe werden dort wegen angeblicher Blasphemie oder Beleidigung des Islams vor Gericht gestellt. In Indonesien hat man sogar den christlichen Gouverneur der Hauptstadt Jakarta wegen Blasphemie angeklagt. Sein "Vergehen": Er hatte im Wahlkampf behauptet, einige seiner politischen Gegner würden Koransuren missbrauchen, das wird ihm jetzt als "Verunglimpfung des Islams" ausgelegt. Solange der Staat sich in solchen Fällen nicht eindeutig von den Islamisten und ihren an den Haaren herbeigezogenen Vorwürfen distanziert, braucht man sich über den immer stärker werdenden Einfluss der Radikalen nicht zu wundern. Und über das Misstrauen, das dem Islam insgesamt entgegenschlägt, genauso wenig.