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15. Januar 2017, von Michael Schöfer
Das türkische Volk muss es ausbaden


Die türkische Wirtschaft ist im dritten Quartal 2016 erstmals seit langem geschrumpft, zudem hat die Landeswährung drastisch an Wert verloren. Die Verantwortlichen geben dem Ausland die Schuld und sprechen von einem Angriff der Spekulanten. "Deutsche-Bank-Terror", titelte eine türkische Zeitung. Doch die Ursachen sind in der Türkei selbst zu suchen. Anders ausgedrückt: Recep Tayyip Erdogan kann zwar Andersdenkende verhaften lassen, die Presse knebeln und zigtausend Beamte entlassen, aber eines kann er nicht: die Anleger zwingen zu investieren. Insbesondere, wenn sie im Ausland sitzen. Ebenso wenig kann er den Touristen vorschreiben, in der Türkei Urlaub zu machen. Selbst wenn er noch so tobt und seine in- und ausländischen Widersacher als "Terroristen" brandmarkt. Die angespannte politische Situation hat der wirtschaftlichen Lage des Landes geschadet, der autoritäre Kurs zahlt sich offenbar nur für einen aus - für Erdogan. Das türkische Volk hingegen muss es ausbaden.