Home | Archiv | Leserbriefe | Links | Impressum



11. Januar 2017, von Michael Schöfer
Es gibt keine gemäßigten Taliban


Der damalige SPD-Vorsitzende Kurt Beck hatte 2007 die Idee, "gemäßigte" Taliban an einer Afghanistan-Konferenz zu beteiligen. Die CSU verspottete Beck als "Hobby-Außenpolitiker". Ein gewisser Karl-Theodor zu Guttenberg lästerte in der Frankfurter Rundschau: "Außer dem stellvertretenden Regierungssprecher und dem SPD-Chef kenne ich niemanden, der je einen 'vernünftigen Taliban' getroffen hätte." Bis dann 2009 der seinerzeitige Shooting Star der CSU, besagter Karl-Theodor zu Guttenberg, seines Zeichens frischgebackener Bundesverteidigungsminister, die "gemäßigten" Taliban sogar an der afghanischen Regierung beteiligen wollte. Nach den jüngsten Anschlägen in der Hauptstadt Kabul stellte allerdings ein afghanischer Regierungssprecher ernüchtert fest: "Die Taliban verfolgen nur ein Ziel: Zerstörung." Das hätte man eigentlich schon viel früher wissen können, denn bereits zu Beginn des Afghanistan-Krieges im Jahr 2001 hat der afghanische Politiker Abdullah Abdullah darauf hingewiesen: "Es gibt keine gemäßigten Taliban." Offenbar zu Recht.