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11. Januar 2017, von Michael Schöfer
Knack, knack, schlürf


Ein ganz normaler Wochentag, 16:50 Uhr, in einem Kino irgendwo in Deutschland: "Nocturnal Animals", ein nervenaufreibender (besonders in der ersten Hälfte kaum auszuhaltender) und zugleich wunderbar vielschichtiger Film. Ich und vier weitere Zuschauer allein im Saal. Herrlich (das Gedränge am Wochenende, das eher an eine Sardinenbüchse erinnert, ist mir zuwider). Bis dann der Kerl zwei Sitze neben mir beginnt, seelenruhig seinen Popkorn-Eimer zu leeren. 116 Minuten lang (Werbung nicht mit eingerechnet): Knack, knack, schlürf. Schon allein der Film vermag Aggressionen zu wecken, aber er verblasst ganz eindeutig gegen das, was der - Verzeihung - Popkorn-Fresser zu wecken imstande ist. Knack, knack, schlürf. 116 endlos lange Minuten. Vielleicht sollte ich mir künftig die DVD kaufen, anstatt anderen beim Verzehren ihres Jumbo-Menüs zuzuhören.