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06. Januar 2017, von Michael Schöfer
Der Brexit muss für vieles herhalten


Ein britischer Starkoch schließt sechs seiner Restaurants und begründet dies mit dem Brexit. Ursache seien höhere Kosten, etwa für importierte Zutaten, und ein Rückgang der Kundenzahlen. Nun hat zwar der Wechselkurs des britischen Pfund gegenüber dem Euro seit dem EU-Referendum am 23.06.2016 tatsächlich um rund 12 Prozent nachgegeben (Schlusskurs am 23.06.2016: 1 Euro = 0,7617 Pfund Sterling; Schlusskurs am 05.01.2017: 1 Euro = 0,8540 Pfund Sterling), die Einfuhren aus dem Euroraum wurden dadurch entsprechend teurer, aber ob die Restaurantschließungen wirklich im Zusammenhang mit dem Brexit stehen, wage ich dennoch zu bezweifeln. Der EU-Austritt, obgleich noch nicht einmal offiziell erklärt, muss ja inzwischen für vieles herhalten. Verglichen mit dem Wechselkurs von vor fünf (1 Euro = 0,8242 Pfund Sterling) oder vor drei Jahren (1 Euro = 0,8305 Pfund Sterling) hat die britische Währung lediglich um 3,6 bzw. 2,8 Prozent nachgegeben. Im ewigen Auf und Ab ist der Unterschied also marginal.