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25. Dezember 2016, von Michael Schöfer
Die Welt braucht alles, bloß nicht noch mehr Atomwaffen


Der künftige US-Präsident Donald Trump twitterte: "Die USA müssen ihre nuklearen Fähigkeiten erheblich verstärken, bis die Welt in Sachen Atomwaffen zur Vernunft kommt." Sein Pendant auf russischer Seite, Wladimir Putin, will die Atombewaffnung ebenfalls stärken. Das "militärische Potenzial der strategischen nuklearen Kräfte" müsse im kommenden Jahr ausgebaut werden, verkündete er vor kurzem. Gemach, gemach, möchte man den Herren zurufen. Nach einem Bericht des Stockholmer Friedensforschungsinstituts SIPRI haben die USA gegenwärtig rund 7.000 Atomsprengköpfe (1.930 gefechtsbereit) und Russland ungefähr 7.290 (1.790 gefechtsbereit). Alle Atomwaffenstaaten besitzen zusammengenommen 15.395 Sprengköpfe (4.120 gefechtsbereit). 10 Prozent davon genügen vollkommen, um die Existenz menschlichen Lebens auf der Erde mit einem Schlag auszulöschen. Studien in den achtziger Jahren warnten: Schon die Explosion von 100 Megatonnen Sprengkraft könnte unter bestimmten Umständen einen "nuklearen Winter" auslösen. Die Welt braucht daher alles, bloß nicht noch mehr Atomwaffen.