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19. Dezember 2016, von Michael Schöfer
Die Potentaten wollen einfach nicht weichen


Immer diese Potentaten, die einfach nicht weichen wollen: Die Amtszeit des kongolesischen Präsidenten Joseph Kabila endet am heutigen Montag, doch er bleibt einfach weiterhin im Amt, die fällige Neuwahl hat Kabila kurzerhand auf 2018 verschoben. Eigentlich darf er laut Verfassung nicht mehr zum dritten Mal antreten, aber selbst das ist erfahrungsgemäß kein Hinderungsgrund. Der bolivianische Präsident Evo Morales will sogar ein viertes Mal kandidieren, wie er soeben ankündigte, die Verfassung des südamerikanischen Landes sieht allerdings nur zwei Amtsperioden vor. Noch im Februar hat das Volk eine Verfassungsänderung, die es Morales erlaubt hätte, bis 2025 im Amt zu bleiben, abgelehnt. Das Referendum ist Morales offenkundig egal. Den Vogel schießt jedoch Simbabwes Langzeitherrscher Robert Mugabe ab: Er regiert das Land seit 1980 und will 2018 erneut zur Wahl antreten. Er wäre dann 94 Jahre alt. Man wird ihn vermutlich irgendwann einmal mit den Füßen voran aus seinem Palast heraustragen. Das kann unter Umständen dauern, denn der Japaner Jiroemon Kimura starb am 12. Juni 2013 als ältester Mann der Welt im hohen Alter von 116 Jahren. Bricht Mugabe Kimuras Rekord, könnte er noch bis 2040 regieren. "Simbabwe" bedeutet übersetzt aus der dort vorherrschenden Sprache "Steinhäuser". Behauptet zumindest Wikipedia. Ich hätte ja ehrlich gesagt auf "steinalt" getippt.