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10. Dezember 2016, von Michael Schöfer
An dieser Stelle bitte nicht lachen


Nach der Vorlage des zweiten McLaren-Berichts, der Russland staatlich organisiertes Doping nachweist (mehr als 1.000 Sportler aus 30 Sportarten hätten davon profitiert), kann das IOC gar nicht anders, als russische Athleten kollektiv zu sperren. Getreu dem Motto von IOC-Präsident Thomas Bach: "Null Toleranz bei Doping!" (An dieser Stelle bitte nicht lachen.) Russlands Sportler werden deshalb bis zum 23. Juli 2020 von den Olympischen Spielen ausgeschlossen. Das Land müsse diese knüppelharte Strafe auf sich nehmen, daran führe kein Weg mehr vorbei, verlautete aus Kreisen des IOC. Whistleblowerin Julia Stepanowa, die maßgeblich zur Aufklärung beitrug, bleibt hingegen auch darüber hinaus noch gesperrt, weil sie nach der Prognose des IOC wohl nie mehr die ethischen Anforderungen an einen olympischen Athleten erfüllen wird. Den Hinweis, die nächste Sommerolympiade in Tokio beginne just einen Tag nach Ablauf der Sperre, faktisch seien die russischen Sportler also keinen einzigen Tag von den Spielen ausgeschlossen, wiesen sowohl Thomas Bach als auch Wladimir Putin als vollkommen irrelevant zurück. Eine vierjährige Sperre sei wahrlich kein Zuckerschlecken, verkündete der russische Sportminister Witali Mutko spitzbübisch, aber man werde dieses harte Urteil schweren Herzens akzeptieren.