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21. November 2016, von Michael Schöfer
Lügen sind wider seine Natur


Bei der ersten Runde der Vorwahlen der französischen Républicains hat Systemgegner Nicolas Sarkozy eine schwere Schlappe hinnehmen müssen. Er sei als "Vertreter der schweigenden Mehrheit" leider vergeblich gegen die von der "Elite" errichtete Mauer der Ignoranz angerannt. Jetzt zieht sich Nicolas Sarkozy endgültig aufs Altenteil zurück. Schade, mit ihm verlieren wir einen aufrichtigen Widerstandskämpfer, doch wir werden ihn stets in guter Erinnerung behalten. Unvergessen sein heroischer Kampf in den Jahren 2007 bis 2012, als er das "System" von der Staatsspitze aus zu unterminieren versuchte. Der Sieg von François Fillon und Alain Juppé, die es in die Stichwahl geschafft haben, zeigt die Raffinesse der herrschenden Oligarchie - beide dienten unter Sarkozy als Regierungschef bzw. Minister und vereitelten so frühzeitig den revolutionären Umbruch, den der erklärte Systemgegner schon damals umsetzen wollte. Sarkozys Fehler war seine Ehrlichkeit. Von Anfang an klarzustellen, wofür er steht, hat sich im Nachhinein als kontraproduktiv erwiesen. Hätte er gelogen, wäre er vermutlich an die Staatsspitze zurückgekehrt, um sein Vorhaben zu vollenden. Doch Lügen sind eben wider seine Natur. Schade.