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22. September 2016, von Michael Schöfer
Transparenzoffensive

Die Wählerinnen und Wähler erwarten von ihren Politikern Ehrlichkeit und Transparenz. Ich bin froh, dass sich die frühere EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes von der rechtsliberalen VVD dazu durchgerungen hat, mithilfe der Süddeutsche Zeitung ihren Nebenjob als Direktorin einer Briefkastenfirma auf den Bahamas bekanntzugeben. Alle Achtung, dass sie gleich den Weg der allergrößten Aufmerksamkeit gewählt hat, so dass mit Sicherheit nichts im Verborgenen zurückbleibt. Sie folgt damit dem guten Beispiel etlicher Politikerkollegen, die schon die "Panama Papers" zur Herstellung lückenloser Transparenz zu nutzen wussten. Und wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen verlautete, wird das nicht die letzte Transparenzoffensive gewesen sein. Aber gemach, gemach, jede Steueroase kommt mal dran. Eine nach der anderen. Chapeau! Die frühere EU-Wettbewerbskommissarin hat sich um die politische Kultur wirklich verdient gemacht. Ach, wenn wir doch mehr Politiker von Schlage Kroes hätten, da würden den Wutbürgern rasch die Argumente ausgehen.