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24. August 2016, von Michael Schöfer
Das kann man sich auf absehbare Zeit abschminken

Ist der Mensch nicht seltsam: Da sucht er mit immer raffinierteren Methoden nach Leben im Universum, während er sich tatkräftig bemüht, zumindest alles höhere Leben auf seinem eigenen Heimatplaneten auszurotten. Letzteres gelingt ihm wohl eher als der ersehnte Kontakt mit Aliens. Die würden angesichts dieses Irrsinns ohnehin heftig mit dem Kopf schütteln (so sie denn überhaupt einen haben). Zur Beruhigung: Proxima Centauri b ist viel zu nah an seiner Sonne und dürfte daher kaum Leben beherbergen - vor allem, weil der rote Zwerg zu starken Eruptionen neigt, die mit hochdosierter Röntgenstrahlung verbunden sind. Nachsehen werden wir vermutlich ebenso wenig können. Voyager 1, die Raumsonde, die sich bislang am weitesten von der Erde entfernt hat, fliegt derzeit relativ zu unserer Sonne mit einer Geschwindigkeit von 17.037 m/s (61.333,2 km/h). Proxima Centauri ist 4,24 Lichtjahre von der Erde entfernt, das sind immerhin 40,1 Billionen Kilometer. Voyager 1 würde bis dahin rund 75.000 Jahre brauchen. Wir müssten also erst einen revolutionär schnellen Raketenantrieb entwickeln, um irgendetwas in einer vernünftigen Zeitspanne hinschicken zu können. Nicht vergessen: Die Rückreise dauert noch einmal genauso lang. Mit anderen Worten: Das kann man sich auf absehbare Zeit abschminken.