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20. September 2006, von Michael Schöfer
War was?


Neulich im Fernsehen / Wahlberichterstattung:

Sonntag, 18 Uhr:
Der Schock sitzt tief, die NPD kommt in der Prognose über die 5-Prozent-Hürde. Am Ende sind es 7,3 Prozent.

Sonntag, 18:10 Uhr:
Großes Rätselraten, die Politiker können sich das nicht erklären, sind aber richtig empört. Ein Experte weist auf die hohe Arbeitslosigkeit hin, in manchen Regionen fast 30 Prozent.

Sonntag, 19 Uhr:
Elefantenrunde, selbst der CSU-Generalsekretär verlangt das Einhalten der "sozialen Balance". Ganz so, als habe man nie etwas anderes gefordert.

Montag, 10 Uhr:
Pressekonferenzen der Parteien. Irgendwie fühlen sich alle als Sieger.

Montag, 16 Uhr:
Die SPD plädiert endlich, nach jahrelangem Hin und Her, für die Einführung des gesetzlichen Mindestlohns.

Montag, 16:30 Uhr:
Die CDU weigert sich hartnäckig, Hungerlöhne gesetzlich zu verbieten. An seiner Partei, sagt Generalsekretär Pofalla, wird sich die SPD damit die Zähne ausbeißen.

Montag, 16:31 Uhr:
Der Bundesverband der deutschen Industrie behauptet, ein Mindestlohn sei wirtschaftspolitisch total falsch. Klar, Arbeitgeber beuten eben lieber aus.

Dienstag, 10 Uhr:
Business as usual, es sind mal wieder Kürzungen bei den Arbeitslosen beabsichtigt. Zynisch verkauft man das als Anreiz, endlich eine Arbeit aufzunehmen.

(Diese Sendung wird nach jeder Wahl wiederholt)