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31. Mai 2017, von Michael Schöfer
Welch unglaublicher
Zynismus...
...welch schauderhafte Menschenverachtung:
- Antwort
der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken (November
2016): "Eine Verschlechterung der Sicherheitslage im
gesamten Land kann nicht bestätigt werden. Afghanischen
Angaben zufolge gelingt es den afghanischen
Sicherheitskräften, die meisten urbanen Zentren - darunter
fällt die Mehrzahl der Provinzhauptstädte, in denen etwa
zwei Drittel der afghanischen Gesamtbevölkerung wohnen -
zumindest ausreichend zu kontrollieren." Kommentar von
Ulla Jelpke (Die Linke): "Der Versuch der Bundesregierung,
sich die Sicherheitslage in Afghanistan schönzureden, ist
erbärmlich."
- Bundesinnenminister
Thomas de Maizière (CDU) in den ARD-Tagesthemen am
20.02.1017: "Die Sicherheitslage ist kompliziert, aber es
gibt sichere Orte. Sichere Gebiete gibt es im Norden, auch
in Teilen Kabuls." Die "normale Bevölkerung" sei zwar
Opfer, aber nicht Ziel der Taliban. "Das ist ein großer
Unterschied." Welch ein Trost: Man ist zwar tot, aber aus
anderen Gründen.
- Kanzleramtsminister
Peter Altmaier (CDU) im Deutschlandfunk am 22.02.2017: "Es
gibt Millionen Menschen in Afghanistan, die normal leben."
Vermutlich hat Altmaier das so gemeint: In gewisser Weise
sind Bombenanschläge dort normal.
- Tagesschau
vom 31.05.2017: "Bei der Detonation einer Autobombe in der
afghanischen Hauptstadt Kabul wurden nach Angaben der
afghanischen Regierung insgesamt mindestens 90 Menschen
getötet und mehr als 400 verletzt." Bundeskanzlerin Angela
Merkel zeigte sich bestürzt: "Meine Gedanken und meine
Anteilnahme gelten den Opfern dieses Anschlags und ihren
Familien. In Momenten wie diesen wird uns einmal mehr
klar: Der Terrorismus kennt keine Grenzen. Er zielt auf
uns alle - ob in Manchester oder Berlin, Paris, Istanbul,
Sankt Petersburg oder heute Kabul." Blablabla...
Abgeschoben wird trotzdem, die Abschiebungen nach
Afghanistan sind lediglich ausgesetzt, sie werden später
nachgeholt. Bundesinnenminister Thomas de Maizière: "Nach
dem Anschlag in Kabul gibt es für die Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter in der Botschaft Wichtigeres zu tun als diese
organisatorische Maßnahme." Die Bundesregierung sehe im
Übrigen keinen Grund für eine Neubewertung.
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