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| Archiv | Impressum 20. August 2025, von Michael Schöfer Ärztemangel? "In Deutschland gibt es nicht genügend Medizin-Studienplätze, um den Ärztemangel zu beheben", meldet der Deutschlandfunk. [1] Jeder kennt das Problem: Wenn man einen Termin beim Arzt haben will, bekommt man einen erst Wochen oder sogar Monate später. Alle reden vom Ärztemangel, aber gibt es ihn tatsächlich? Die Angaben der Bundesärztekammer wecken Zweifel. Der Spitzenorganisation der ärztlichen Selbstverwaltung zufolge gab es nämlich im Jahr 2024 hierzulande 437.162 berufstätige Ärzte, das sind 48,35 Prozent mehr als zur Jahrtausendwende. Mussten sich damals rechnerisch 279 Menschen einen Arzt teilen, sind es jetzt nur noch 192. [2] ![]() ![]() Sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich hat die Zahl der Ärzte stark zugenommen. Heute arbeiten in Deutschland knapp 200.000 berufstätige Ärzte mehr als zur Zeit der Wiedervereinigung. Ärztemangel? Den Zahlen zufolge jedenfalls nicht. Wir haben allenfalls eine falsche regionale Verteilung: zu wenig Ärzte in ländlichen Regionen, zu viel Ärzte in den Ballungsräumen. Wobei man erstaunlicherweise auch in den Städten lange auf einen Arzttermin warten muss. Es ist ein Rätsel: Mehr Ärzte müssen im Schnitt weniger Menschen versorgen, trotzdem sprechen alle vom Ärztemangel. Wo sind denn die vielen Ärzte hin, die die Statistik ausweist? Im Nirwana verschwunden?
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DLF vom 20.08.2025
[2] Bundesärztekammer, Ärztestatistik zum
31. Dezember 2024, Seite 10, PDF-Datei mit 1,4 MB
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