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12. Januar 2026, von Michael Schöfer
Aus heiterem Himmel heraus


Es ist maximal verwirrend, wenn der Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio (vulgo GEZ) einerseits im Netz vor be­trügerischen Schreiben warnt, die "echten Schreiben des Beitrags­service zum Ver­wechseln ähn­lich sehen", dann aber andererseits aus heiterem Himmel heraus einer Privatperson ein Schreiben zusendet, in dem diese Auskunft über ihre angebliche, jedoch tatsächlich nie existierende Betriebsstätte geben soll. Das impliziert die Unterstellung, man sei gewerblich tätig.

Und wenn dann obendrein auf dem Anschreiben eine andere Postleitzahl und eine andere kostenpflichtige (!) Telefonnummer aufgedruckt ist (auf der Website des Beitragsservice stehen abweichende Angaben), denkt man natürlich sofort an Betrüger. Beinahe hätte ich bei der Polizei eine Anzeige wegen versuchtem Betrug erstattet.

Wieso fragen die Privatpersonen überhaupt, ob sie gewerblich tätig sind? Woher kommt die Annahme, dass dem so sei? Bei Personen, die noch nie gewerblich tätig waren und demzufolge auch nie eine Betriebsstätte hatten, ist das ein ziemlich ungewöhnlicher Vorgang. Kein Wunder, wenn man misstrauisch wird und zunächst an Betrüger denkt, die entweder über die kostenpflichtige Telefonnummer abkassieren oder mithilfe des beigefügten SEPA-Lastschriftmandats Bankdaten abgreifen wollen, um anschließend Geld vom Girokonto abzubuchen. Bekanntlich steht jeden Morgen ein Dummer auf - man muss ihn bloß finden.

Ob es am Impressum meiner Website liegt, eventuell automatisch ausgewertet von einer KI? Dann können die vom Beitragsservice nicht lesen oder die KI ist strunzdumm, denn dort steht unmissverständlich: "Dies ist eine rein private, nichtkommerzielle Website." Und das war sie von Anfang an.

Ich habe den Beitragsservice um Auskunft gebeten, warum ich ein solches Schreiben zugeschickt bekam. Die Antwort steht noch aus.