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| Archiv | Impressum 13. Juli 2026, von Michael Schöfer Gehe zurück auf Los. Fange noch einmal ganz von vorne an! Beim Brettspiel "Monopoly" wird jetzt auf vielfachen Wunsch eines Einzelnen das Spielfeld "Straße von Hormus" aufgenommen. Ebenfalls neu ist die Ereigniskarte "Gehe zurück auf Los. Fange noch einmal ganz von vorne an!". Wer die "Straße von Hormus" mit seiner Spielfigur erreicht, erlaubt sind Flugzeugträger, Tomahawks und Kampfflugzeuge, darf sich auf eine Mautgebühr von 20 Prozent des Warenwerts der passierenden Handelsschiffe freuen. Da kommt mit der Zeit ein hübsches Sümmchen zusammen. Besser gesagt: käme. Als störend erweist sich nämlich der Besitzer der "Teheranstraße", der den Schiffsverkehr und damit den Zufluss der erstrebten Mauteinnahmen immer wieder völlig zum Erliegen bringt. Falls dieser die Karte "Gehe in das Gefängnis. Begib Dich direkt dorthin. Gehe nicht über Los." zöge, wären Sie gerettet. Zieht er aber nicht. Monopoly-Spieler Donald Trump hat leider Pech, auch er muss zurück auf Los und fängt noch einmal ganz von vorne an. Sein eherner Grundsatz: Alles was er anpackt, endet anders als ursprünglich ersonnen. Die "Straße von Hormus" ist nun leider erneut blockiert. Der Besitzer der "Teheranstraße", der angeblich schon seit längerem um Frieden bettelt und schon vor Wochen vollständig besiegt wurde, hat abermals mit seinem längst vernichteten Waffenarsenal zugeschlagen. Zum großen Leidwesen des Besitzers des "Mar-a-Lago"-Spielfelds. Der könnte deshalb zwar vor Wut den Golfball vom Abschlag weg mit einem einzigen Hieb gleich im 18. Loch versenken, was ihm allerdings auch nicht viel nützen würde. Nun beginnt das Spiel, das Trump bislang ohne jeglichen Sinn und Verstand geführt hat, für ihn einmal mehr aufs Neue. Dabei hatte er sich alles so schön ausgedacht. Denken im vorliegenden Fall auf dem Niveau von "The Donald", versteht sich. Ich bombardiere die ein bisschen, die winseln nach drei Tagen um Gnade und ich gewinne die Midterms sogar ohne Wahlbetrug. Schade, nix is! Keine Mauteinnahmen, kein grandioser Sieg und ab November wahrscheinlich auch keine Mehrheiten mehr im Kongress. Den niedrigen Benzinpreis für ihre durstigen V8-Zylinder können sich die Amerikaner vorerst abschminken. Nicht bloß Monopoly-Fans sind aufs Höchste irritiert, halten die neuen Spielregeln lediglich für das zum Himmel schreiende Ergebnis einer durchzechten Nacht. Und vermutlich haben sie recht. Wenn da nicht ein gewisser Mark Rutte wäre, der Trump fortwährend umgarnt und ihm gegen jede Vernunft stets beipflichtet. Er unterstreicht das jedes Mal mit einer tiefen Verbeugung - so formvollendet, wie es sie anno dazumal vielleicht noch nicht einmal der Untertan vor Sr. Majestät dem Kaiser hinbekommen hat. Wie dem auch sei, besagter Rutte muss jedenfalls Trump ins Ohr gesäuselt haben, dass er unbedingt die "Straße von Hormus" besitzen muss, um am Ende das Spiel zu gewinnen. Das sei "absolut notwendig", behauptet Rutte, Mauteinnahmen seien schließlich der Sinn von Monopoly. Wer sich schamlos bereichert, gewinnt. Und wer ist diesbezüglich schamloser als Donald Trump? Keiner, nicht einmal Gianni Infantino. Niemand weiß, wie es nun weitergeht - weder die Monopoly-Fans noch Mark Rutte. Am allerwenigsten Donald Trump, der die Würfel immer lustloser aufs Brett zu werfen scheint. Lassen wir uns also vom weiteren Spielverlauf überraschen. |