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20. Januar 2007, von Michael Schöfer
Homo sapiens säuft ab


Den Prognosen zufolge erwärmt sich das Klima. Schuld daran ist natürlich wieder einmal der nackte Affe, der sich selbst Homo sapiens nennt. Er holt das heraus, was sich vor etlichen Millionen Jahren im Erdboden angesammelt hat: Erdöl, Erdgas, Kohle etc. Das, was frühere Pflanzen der Luft entzogen haben (Kohlendioxid), wird durch ihn wieder der Atmosphäre zurückgegeben. Großzügig, nicht wahr? Leider steigt dadurch der Meeresspiegel, was in ein paar Jahrzehnten manche Behausung des Homo sapiens absaufen lässt. Zunächst sind insbesondere die Küstenstädte bedroht. Bremerhaven etwa, das 2 Meter darüber liegt. Später kommt es heftiger: Ein vollständiges Abschmelzen der Antarktis würde den Meeresspiegel um 61 Meter heben, schmilzt auch der Grönländische Eisschild, kommen weitere 7,2 Meter hinzu. Das Abschmelzen der Gletscher ist dabei mit 0,5 Meter fast zu vernachlässigen. Alles in allem ergibt das rund 69 Meter. [1]

Hier in Mannheim, das 96 Meter über dem heutigen Meeresspiegel (NN) liegt, ist man noch einigermaßen sicher. Berlin, 61 m über NN, ist dann leider längst abgesoffen. Dafür ist es für uns Kurpfälzer bis zur Ostsee nicht mehr ganz so weit. Ängstliche Naturen, die absolut sicher gehen wollen, müssen sich nach München (579 m über NN) absetzen. Leider ist das bayerische Asyl mit einer Mitgliedschaft in der CSU verbunden, manche ziehen deshalb Absaufen vor.

Nun, das alles werde ich wohl nicht mehr erleben. Ich kann höchstens darauf hoffen, als Rentner wegen der Erhöhung der globalen Durchschnittstemperatur meine Heizkosten zu reduzieren. Interessant ist, wie die Antarktis eisfrei aussehen würde. Bei Wikipedia kann man sich davon ein Bild machen:


[Quelle: Wikipedia, Bild ist public domain]

Wäre die eisfreie Antarktis mit ihren vielen Buchten und Binnengewässern nicht ein ideales Urlaubsparadies? Ob die TUI schon Bescheid weiß? Ich muss gleich mal nachfragen...

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[1] Max-Planck-Institut für Meteorologie