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"Falls Freiheit überhaupt etwas bedeutet, dann bedeutet sie das Recht darauf,
den Leuten das zu sagen, was sie nicht hören wollen."
(George Orwell, 1903-1950, britischer Schriftsteller)
 
"Glaube denen, die die Wahrheit suchen,
und zweifle an denen, die sie gefunden haben."
(André Gide, 1869-1951, französischer Schriftsteller)
 
"Ich sah an alles Tun, das unter der Sonne geschieht,
und siehe, es war alles eitel und Haschen nach Wind."
(Kohelet)



10. September 2022, von Michael Schöfer
Da kommt mir die Galle hoch


Privilegien qua Geburt sind mir zutiefst zuwider, meiner Meinung nach sollten vielmehr individuelle Leistungen für den gesellschaftlichen Aufstieg ausschlaggebend sein. Herrschaft bedarf selbstverständlich der demokratischen Legitimation und wird lediglich auf Zeit gewährt. Das Volk ist der Souverän, keine Einzelperson.




09. September 2022, von Michael Schöfer
Der blinde Fleck


"Mit Draghi an der Regierung verkehrte sich die Situation: Nie hörte man italienische Exportmanager so begeistert über den Ruf ihres Landes im Ausland reden. Auch in Deutschland läuft es für die italienische Wirtschaft prächtig. 2021 wurde mit 142,5 Milliarden Euro ein bilateraler Handelsrekord aufgestellt. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres legte der italienische Export um 18 Prozent zu." Der ehemalige EZB-Chef wird allenthalben gelobt, insbesondere für die konsequente Umsetzung des EU-Rettungsprogramms. Würden Sie so einen Regierungschef abwählen? Die Italiener tun es voraussichtlich, weil derzeit in den Umfragen für die Parlamentswahl am 25. September die Postfaschisten der Fratelli d’Italia um Giorgia Meloni mit 25,8 Prozent vorne liegen. Der geneigte Beobachter reibt sich verwundert die Augen: Es könnte auf eine Koalition aus Melonis Fratelli d’Italia, Salvinis Lega und Berlusconis Forza Italia hinauslaufen. Für Demokraten eine Horrorvorstellung.




09. September 2022, von Michael Schöfer
Was Propaganda zu leisten vermag


De mortuis nil nisi bene - von Verstorbenen soll man nur Gutes sagen. Deshalb wird hier auch kein böses Wort über die im Alter von 96 Jahren verstorbene Elisabeth II. fallen. Wie Elizabeth Alexandra Mary Mountbatten-Windsor wirklich war, wissen ohnehin nur wenige Eingeweihte, die meisten kennen nämlich nur ihre offizielle Seite - so, wie sie die Propaganda präsentierte. Und es ist erstaunlich, was Propaganda zu leisten vermag.




24. August 2022, von Michael Schöfer
Die Linke tut sich damit keinen Gefallen


Früher, in der nur scheinbar guten alten Zeit, wurde seitens der Obrigkeit oder der Kirche mit Argusaugen darauf geachtet, was die Menschen lesen durften und was nicht. Der Index librorum prohibitorum beispielsweise war ein Verzeichnis von Büchern, deren Lektüre die römisch-katholische Kirche als schwere Sünde deklarierte und der bis Mitte der sechziger Jahre fortgeführt wurde. Bis Mitte der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts wohlgemerkt. Der Kirche fehlte es zuletzt nur an Macht, der Gesellschaft ihre engstirnigen und freiheitseinschränkenden Vorstellungen aufzuzwingen. Totalitäre politische Systeme begrenzen bis heute den Zugang zu Informationen, berühmt-berüchtigt ist etwa Chinas "Great Firewall". Sie zensieren das Internet, das Fernsehen, die Zeitungen und selbstverständlich auch die Bücher. "Krieg" darf in Putins Russland unter Androhung von langen Haftstrafen nicht mehr Krieg, sondern nur noch "militärische Spezialoperation" genannt werden.