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07. Februar 2007, von Michael Schöfer
Atemberaubend hohe Gewinne


Nach und nach werden die Konzernzahlen für das Jahr 2006 veröffentlicht. Vor allem die Energieversorger haben im vergangenen Jahr kräftig abgesahnt. Aber uns Verbrauchern wollen sie weismachen, die Energiepreise seien durch den hohen Rohölpreis vorgegeben und knapp kalkuliert. Wenn dem so wäre, hätte dann Exxon einen Gewinn von sage und schreibe 39,5 Mrd. US-Dollar erzielt? Shell und BP strichen 25,4 Mrd. bzw. 22,3 Mrd. Dollar ein. Namentlich die Entwicklung bei Exxon ist phänomenal: "Betrug der Reingewinn 2002 noch 11,5 Mrd. Dollar, waren es 2003 rund 21,5 Mrd., 2004 gut 25,3 Mrd. und 2005 rund 36,1 Mrd. Dollar." [1] Zusammen erwirtschafteten die drei Energieriesen einen Gewinn von 87,2 Mrd. US-Dollar, das würde unter der Bruttoinlandsprodukt-Rangliste aller Nationen immerhin den 53. Platz bedeuten - noch vor Neu-EU-Mitglied Rumänien.


Im Gegensatz dazu sind die deutschen Energieversorger kleine Fische, obgleich deren Ergebnisse auch nicht zu verachten sind: RWE meldet für die ersten drei Quartale einen Gewinn vor Steuern von 6,8 Mrd. Euro, Eon erreichte 6,1 Mrd. und EnBW 1,8 Mrd. Den Energieversorgern geht es also prächtig. Ihren Kunden angesichts der extrem gestiegenen Strom- und Gaspreise leider nicht. Und was unternimmt die Politik?

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[1] Manager-Magazin vom 01.02.2007 und Frankfurter Rundschau vom 07.02.2007