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05. Februar 2007, von Michael Schöfer
Placebo-Effekt


Der neue Bericht des IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) über die Entwicklung des Treibhauseffekts hat die Weltöffentlichkeit geschockt. Und wie reagiert die deutsche Politik? Nun, das Bundesministerium für Bildung und Forschung setzt, wie am 2. Februar auf der Website des Ministeriums bekanntgegeben wurde, in den nächsten drei Jahren 255 Mio. Euro für die Klimaforschung ein. Wow! Genau das ist unser Problem: Wir wissen noch nicht genug über den Treibhauseffekt und müssen deshalb weiter Forschung betreiben. Stimmt das? Natürlich nicht! Die Folgen des Treibhauseffekts sind uns hinreichend bekannt. Was noch offen ist, sind lediglich Details. Gut, auch die sollten selbstverständlich erforscht werden. Aber das 255-Millionen-Paket des Bundesministeriums ist nichts anderes als ein Placebo für die Öffentlichkeit. Es soll nämlich suggerieren, dass etwas getan wird. "Liebe Bürgerinnen und Bürger, wir sind nicht untätig." In Wahrheit wird bloß weiter Zeit vergeudet. Denn worauf es wirklich ankommt, sind Taten. Leider herrscht gerade hier, sobald mächtige Interessen tangiert werden, wie etwa die der Automobilindustrie, weiterhin Funkstille. Insofern ist die Bereitstellung von 255 Mio. Euro Augenwischerei.

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