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11. März 2007, von Michael Schöfer
Horrende Nebenkostenabrechnung


Anfang des Jahres bekommt man bekanntlich jede Menge Rechnungen. Logisch, dann sind die Versicherungsprämien fällig und die Energiekosten- bzw. Nebenkostenabrechnung flattert ins Haus. Letzteres hat mich diesmal voll erwischt, horrende Nachforderungen sind fällig. Obgleich ich wegen dem milden Winter 14,97 Prozent weniger Gas verheizt und 19,76 Prozent weniger Strom verbraucht habe, ist die Gesamtrechnung meines Energieversorgers (MVV) nur um 4,8 Prozent günstiger ausgefallen als voriges Jahr. Das Wetter kann ich nicht beeinflussen und Energiesparlampen sind bei mir seit langem üblich. Was ich tun soll, um die Rechnung künftig in erträglichen Grenzen zu halten, ist mir ehrlich gesagt völlig schleierhaft. Aus meiner Sicht sind die Einsparmöglichkeiten ausgereizt. Vielen Dank, liebe Energieversorger, für Euere nachsichtige Preispolitik. Vielen Dank, liebe Bundesregierung, für die Tolerierung des Energie-Oligopols.

Die Nebenkostenabrechnung meiner Wohnung hat mich fast vom Hocker gehauen - Nachzahlung 318,03 Euro! Fast eine Monatsmiete. Bei einer Analyse ist mir aufgefallen, dass - abgesehen von den Energiekosten - vor allem die städtischen Gebühren immens gestiegen sind: Wasser plus 17,15 Prozent, Entwässerung plus 24,03 Prozent, Schmutzwassergebühr plus 22,06 Prozent und Niederschlagswasser plus 28,6 Prozent. Da ist es wahrlich kein Trost, wenn die Müllgebühren um läppische 0,6 Prozent gesunken sind. Die Reallöhne gehen seit Jahren zurück, das ist kein Geheimnis. Und bei mir ist das nicht anders. Als Beschäftigter des Landes Baden-Württemberg erhielt ich die letzte Lohnerhöhung im Januar 2005, von drei Einmalzahlungen abgesehen gibt es die nächste erst im Januar 2008. Mein besonderer Dank gilt daher der Stadt Mannheim (ebenfalls öffentlicher Dienst), die offensichtlich überproportional zugegriffen hat. Ebenfalls zu Dank verpflichtet fühle ich mich der Politik, die den Arbeitnehmern ständig Lohnzurückhaltung predigt. Ich werde das bei meinem Beitrag zur Ankurbelung der Wirtschaft gebührend zu berücksichtigen wissen.