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08. Juli 2007, von Michael Schöfer
Werbeanrufe nehmen überhand


Telefonanrufe, bei denen einem irgend jemand Dinge aufschwatzen möchte, die man weder will noch braucht, nehmen überhand. Auch ich bin betroffen, mehrmals in der Woche klingelt bei mir unerwünschterweise das Telefon: Umfragen, Gewinnmitteilungen, Sonderangebote, kostenlose Warensendungen, Steuerspartipps, günstige Internet- bzw. Telefontarife usw. Viele haben etwas zu verschenken, die Welt gibt's offenbar gratis - zumindest behaupten sie das. Dass sogenannte "cold calls" gegen § 7 des Gesetzes gegen unlauteren Wettbewerb verstoßen, stört die Anrufer nicht. Manchmal, so liest man, werden den Angerufenen auf diese Weise sogar Verträge untergejubelt, die sie nie abgeschlossen haben. Oje, die Welt ist voller Betrüger.

Aber jetzt ist Schluss. Kürzlich gab mein Telefon den Geist auf, deshalb habe ich mir ein neues gekauft. Nun besitze ich ein modernes schnurloses Telefon mit Anrufbeantworter. Ab sofort ändere ich meine Taktik: Wenn jemand anruft, hebe ich einfach nicht ab. Erst wenn der Anrufer auf den AB spricht und sich so identifiziert, nehme ich das Gespräch (sofern ich das überhaupt will) an. Mit meinem neuen Schnurlosen geht das bequem vom Mobilteil aus. In Zukunft laufen "cold calls" bei mir also ins Leere. Lustig ist, dass Tonbandansagen von anrufenden Firmen trotzdem durchlaufen. Gestern habe ich auf diese Weise, ohne einen Finger zu rühren (mein AB hat den Anruf entgegengenommen), 7.500 Euro gewonnen. Okay, so richtig kann ich daran noch nicht glauben. Aber vielleicht werfen sie mir demnächst wider Erwarten tatsächlich einen dicken Umschlag in den Briefkasten. Ich bin jedenfalls voller Hoffnung.