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06. August 2007, von Michael Schöfer
Nostalgie


Vielleicht ist man, wenn man älter wird, ein bisschen nostalgisch. Und im Blick zurück wird dabei zugegebenermaßen einiges verklärt. Darüber hinaus kann man über etliche Sportarten, was deren Sinn angeht, zu Recht geteilter Meinung sein. Gleichwohl haben einige, die ich mir früher am Fernseher ansah, viel an Reiz verloren - wenigstens für mich. Okay, das ist natürlich höchst subjektiv. Trotzdem bin ich der Meinung, dass beispielsweise das Niveau beim Schwergewichts-Boxen erheblich gesunken ist. Wer heute Szenen aus dem Kampf zwischen Muhammad Ali und Joe Frazier (der "Thrilla in Manila" von 1975) sieht, wird mir wohl zustimmen. Da tänzelt Ali auch in der 14. Runde (!) noch um seinen Gegner herum, der Schlagabtausch in diesem legendären Kampf ist wohl einzigartig. Wer mag, kann sich bei YouToube Runde 13 und 14 ansehen und dann selbst seine Meinung bilden. Heute tänzeln Schwergewichtsboxer dagegen äußerst selten, dazu haben manche auch viel zu viel Fett auf den Rippen, wie nasse Säcke hängen sie im Ring herum. Gähn...

Nicht anders ist es bei der Formel 1. Einst konnte auf der Rennstrecke noch überholt werden, was mittlerweile leider nur in Ausnahmefällen geschieht. Seit Jahren entscheiden sich die meisten Rennen beim Boxenstopp - ansonsten fährt man rundenlang brav hintereinander her. Wie langweilig. Einer, der immer Vollgas fuhr, war etwa der Brite Nigel Mansell (Formel-1-Weltmeister 1992), "der wegen seiner spannenden Rennen und Zweikämpfe mit damaligen Konkurrenten wie Ayrton Senna, Alain Prost und Nelson Piquet berühmt wurde." [1] Natürlich kann man sich auch in Bezug darauf bei YouToube einen kurzen Eindruck verschaffen.

Ich will jetzt gar nicht in die "Früher war alles besser"-Attitüde verfallen, aber manchmal ist sie durchaus angebracht und berechtigt.

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[1] Wikipedia