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20. März 2011, von Michael Schöfer
Wähler hört die Signale


Die FDP ist total verwirrt: "Es war eine typische Landtagswahl. Die Niederlage der FDP liegt sicher auch daran, dass in den vergangenen Tagen viele Themen von der weltpolitischen Lage dominiert wurden", behauptet FDP-Landeschefin Cornelia Pieper. [1] Welch ein Widerspruch: Entweder war es eine typische Landtagswahl oder die weltpolitischen Themen haben dominiert. Beides zugleich ist wohl kaum möglich. Logik hört sich jedenfalls anders an.

Die CDU ist wie immer hoffnungsvoll. Der Parlamentarische Geschäftsführer der CDU-Bundestagsfraktion, Peter Altmaier, freute sich: "Das ist bundespolitisch ein Signal. Das ist eine Ermutigung für unsere Wahlkämpfer in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg." [2] Was für ein tolles bundespolitische Signal, die Hochrechnung hielt zu diesem Zeitpunkt (18:38 Uhr) für die CDU ein Minus von 3,3 Prozent bereit. Seine Parteifreunde in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg werden sich vom Ergebnis in Sachsen-Anhalt (CDU ein kräftiges Minus, die FDP fliegt ganz raus) vielleicht nicht ganz so ermutigt sehen. Peter Altmaier hält die Wähler in Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg offenbar für ziemlich dumm.

Nach den letzten Umfragen, eine Woche vor der wichtigen Landtagswahl in Baden-Württemberg am 27. März, liegt Rot-Grün drei Prozentpunkte vor Schwarz-Gelb. "Die CDU erreicht der Umfrage zufolge 38 Prozent, die Grünen liegen mit 25 Prozent vor der SPD, die auf 22 Prozent kommt. Die FDP erreicht 6 Prozent. Die Linke würde mit 4 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern." [3]

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[1] Hamburger Abendblatt vom 20.03.2011
[2] Hamburger Abendblatt und ZDF-Wahlberichterstattung
[3] Stern-Online vom 20.03.2011