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12. November 2021, von Michael Schöfer
Impfen ist der Schlüssel zur Lösung


Eine 7-Tage-Inzidenz von 263,7 pro 100.000 Einwohner und 48.640 Neuinfektionen - das ist die bittere Bilanz der Corona-Pandemie in Deutschland am 12. November 2021. Zu Beginn des Monats betrug die 7-Tage-Inzidenz "nur" 154,8 und die Neuinfektionen lagen bei "lediglich" 9.658 Fällen. Wie man sieht, steigen die Zahlen rasant. Die Lage droht außer Kontrolle zu geraten.

Die eingesetzten Impfstoffe schützen zwar nicht hundertprozentig, aber ihre Wirksamkeit ist ziemlich hoch. Sie bieten dem Robert Koch Institut (RKI) zufolge:

• Schutz vor Hospitalisierung: ca. 88 % (Alter 18-59 Jahre) bzw. ca. 85 % (Alter ≥60 Jahre)

• Schutz vor Behandlung auf Intensivstation: ca. 93 % (Alter 18-59 Jahre) bzw. ca. 90 % (Alter ≥60 Jahre)

• Schutz vor Tod: ca. 92 % (Alter 18-59 Jahre) bzw. ca. 87 % (Alter ≥60 Jahre) [1]

Wichtig: Der Großteil der gemeldeten COVID-19-Fälle (die, die durch SARS-CoV-2 erkranken) betrifft Ungeimpfte.

Vollständig geimpfte und ungeimpfte hospitalisierte (ins Krankenhaus aufgenommene) COVID-19-Fälle pro 100.000. Geimpfte/Ungeimpfte in der Altersgruppe 60 Jahre und älter nach Meldewoche und Impfstatus. [2]

Im Umkehrschluss heißt das: Impfen ist der Schlüssel zur Lösung, Impfen ist der Ausweg aus der Pandemie. Das liegt eigentlich glasklar auf der Hand und kann man auch belegen. "Es gibt in Spanien so gut wie keine Impfgegner, keine Impfmüdigkeit, keine 'Querdenker'-Szene", schreibt tagesschau.de. Die daraus resultierenden Unterschiede springen einem sofort ins Auge.

Deutschland
Neuinfektionen am 11.11.2021: 249/100.000 Einwohner
Impfquote: 69,9 %


Spanien
Neuinfektionen am 11.11.2021: 41/100.000 Einwohner
Impfquote: 81,5 % [3]

Von daher ist es völlig unverständlich, warum es hierzulande noch so viele Impfskeptiker bzw. -verweigerer gibt. Impfen hilft und schützt weitgehend vor den schlimmen Folgen des Corona-Virus. Bislang sind auch nicht Millionen am Impfen gestorben, an Corona dagegen schon (weltweit bereits über 5 Millionen). Wobei den Ungeimpften bewusst sein müsste: Sie tragen letztlich das Hauptrisiko. Und wenn es in den Krankenhäusern aufgrund der Überlastung der Intensivstationen notgedrungen zur Triage (der Priorisierung der zu behandelnden Patienten) kommt, könnten sie den Kürzeren ziehen. Warum in Gottes Namen sollte man einem geimpften Notfallpatienten einen Impfverweigerer vorziehen?

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[1] RKI, Wöchentlicher COVID-19-Lagebericht vom 11.11.2021, Seite 23, PDF-Datei mit 3,3 MB
[2] RKI, Wöchentlicher COVID-19-Lagebericht vom 28.10.2021, Seite 26, Datenstand 25.10.2021, PDF-Datei mit 3 MB
[3] Daten: Süddeutsche, Digital-Ausgabe vom 12.11.2021, Grafiken des mehrmonatigen Verlaufs der Neuinfektionen von Johns Hopkins University, Coronavirus Resource Center, Pfeile zur Verdeutlichung des Trends vom Autor hinzugefügt